30 Jahre Filmforum, eine Rückschau in Filmen

Black girl
(La noire de...)

Fifo 1987

Ousmane Sembène
Senegal 1966 | 56 Min. | OmeU
In seinem Pionierwerk stellt der bekannte senegalesische Autor und Regisseur die komplexe Dynamik des Postkolonialismus anhand der einfahen, erschütternden Geschichte einer jungen Frau dar. Das Kindermädchen Diouana wird von ihren … mehr

First Contact

Fifo 1993

Bob Connolly, Robin Anderson
Australien 1983 | 54 Min. | OF
Zu Gast:
Reinhard Kapfer
In den Jahren 1930-34 unternahmen die Australier Michael, Dan und James Leahy als erste Weiße eine Expedition ins unerforschte Bergland von Neuguinea - auf der Suche nach Gold. Was sie … mehr

Forest of bliss

Fifo 1989

Robert Gardner
USA 1986 | 90 Min. | OmeU
Zu Gast:
Reinhard Kapfer
Wie kaum ein anderer hat der nordamerikanische Regisseur Robert Gardner das Dokumentarische mit einer poetischen Formensprache verbunden. Sein Meisterwerk FOREST OF BLISS über das Leben und Sterben in Benares, der … mehr

Gbanga Tita

Fifo 1995

Thierry Knauff
Belgien, Frankreich 1994 | 7 Min. | OmU
Die Baka-Pygmäen leben im Regenwald des südöstlichen Kameruns und Lengé ist der Geschichtenerzähler seines Stammes. Sieben Minuten lang filmt die Kamera wie in Schwerelosigkeit und in einer zugleich respektvollen und … mehr

İQué viva México!

Eröffnungsfilm Fifo 1985

Grigorij Alexandrov, Sergej M. Eisenstein
UDSSR, USA 1930 | 90 Min. | OmU
Eisenstein plante ein Opus magnum über Mexiko und seine Kultur. In einem Prolog, vier Episoden und einem Epilog wollte er den „Geist“ Mexikos einfangen und darstellen, wie die treibenden Kräfte … mehr

Photo Wallahs

Fifo 1993

David MacDougall
Australien, England 1991 | 60 Min. | OmeU
Zu Gast:
David MacDougall
‘Photo Wallahs‘ sind die Fotografen von Mussoorie, einem Ort im Vorgebirge des Himalaya, das einst wohlhabende indische Prinzen und britische Gesandten anzog und heute vor allem von Touristen besucht wird. … mehr

The day of a casual dock worker
(Der Tag eines unständigen Hafenarbeiters)

Fifo 1989

Hubert Fichte, Leonore Mau
Deutschland 1966 | 13 Min. | OF
„Er steht um fünf auf, wenn der, der über ihn schreibt ins Bett geht.“ Mit diesem Satz lässt der Schriftsteller Hubert Fichte den Tag des ‚Unständigen‘ beginnen. Leonore Mau weiß … mehr

The fish market and the fish
(Der Fischmarkt und die Fische)

Fifo 1989

Hubert Fichte, Leonore Mau
Deutschland 1968 | 9 Min. | OF
Bilder vom Alltag in dem portugiesischen Fischerdorf Sesimbra, südlich von Lissabon, zur Zeit der Diktatur Salazars 1964. Die Fotos von Mau, z.B. in geometrischen Mustern ausgebreitete Fische, und Fichtes Text … mehr

Three Times Piparsod: Life in an Indian Village
(Dreimal Piparsod – Leben in einem indischen Dorf)

Fifo 1995

Jean-Luc Chambard, Raymond Depardon, Saeed Akhtar Mirza
Frankreich, Indien 1961, 1982 | 26, 27, 35 Min. | OF
Zu Gast:
Pascal-Emmanuel Gallet

Die Idee des kulturellen Austausches war das tragende Moment: zwei Filmemacher, ein Inder und ein Franzose, sollten ihren ganz persönlichen Blick auf das gleiche Objekt werfen dürfen. Die gleichen zeitlichen und technischen Voraussetzungen galten für beide…

Der Blick des Fremden bleibt an der Oberfläche der Dinge haften, er beschreibt die Erscheinungen, wie sie sich ihm beim ersten Blick darstellen, ohne Vorbereitung, ohne Kenntnis der Sprache; die Kamera wird dabei zum Instrument dieser Entdeckung und ‚naiven‘ Inszenierung – vergleichbar der Kamera Albert Kahns Anfang des Jahrhunderts. Zwei Kulturen treffen sich vor und hinter diesem ‚mechanischen Auge‘, am Nullpunkt einer kinematografischen Sprache. Raymond Depardon, Reporter, Fotograf und großer Filmemacher des cinéma direct, übernimmt diese schwierige Rolle.  Eine einheimische Sicht zeigt auf der anderen Seite Saeed A. Mirza, der mit den Realitäten des indischen Lebens vertraut ist und sich gleichzeitig als sozialkritischer Filmemacher einen Namen machte. (Pascal-Emmanuel Gallet)

Indien, das sind die Dörfer“, wie Nehru sagte. Die Mehrheit der indischen Bevölkerung lebt auf dem Dorf – ein Grund für das Thema des Projekts - und speziell dieser Ort wurde zum damaligen Zeitpunkt von dem Ethnologen Jean-Luc Chambard schon seit mehr als 20 Jahren erforscht. Dort entstand 1961 der klassische ethnografische Film KALAVATI, der zum Bestandteil der Trilogie wurde. 1980 veröffentlichte Chambard außerdem den “Atlas d’un village indien – Piparsod, Madhya Pradesh“. Weiterhin war die Fotografin Marie-Laure de Decker an dem Projekt beteiligt.

Zu Gast: Pascal-Emmanuel Gallet, Responsable du Ministère des Affaires Étrangères (1982)

 

PIPARSOD I

Indien, Frankreich 1982 / 26 Min. / BetacamSP / OF

Regie, Kamera, Ton: Raymond Depardon; Schnitt: Elisabeth Kapnist; Produktion: Cellule d’Animation Culturelle du Ministère des Relations Extérieures, Paris

Raymond Depardon

geboren 1942, ist einer der bedeutendsten französischen Fotografen und Filmemacher. Er war Mitbegründer der Fotoagentur Gamma, 1978 wechselte er zu Magnum. Neben seinen Dokumentarfilmen drehte Depardon auch einige Spielfilme. Seine Fotografien und auch Videoinstallationen wurden in zahlreichen Galerien weltweit ausgestellt. Er erhielt zahlreiche internationale Foto- und Filmpreise, u.a. 1973 die Robert Capa Gold Medal, 1991 den Grand Prix National de la Photographie, 2000 den Prix Nadar.  2007 produzierte er zum 60. Jubiläum der Filmfestspiele von Cannes die Anthologie CHACUN SON CINEMA.

Zahlreiche Kurzfilme, Langfilme u.a. REPORTERS (1981), SAN CLEMENTE (1982), FAITS DIVERS (1983), LES ANNEES DECLIC (1984), EMPTY QUARTER (1984-85), LA CAPTIVE DU DESERT (1990), DELITS FLAGRANTS (1994), UN HOMME SANS L’OCCIDENT (2003), PROFILS PAYSANS: L’Approche (2000), Le Quotidien (2005), La Vie Moderne (2008).

 

PIPARSOD II 

Indien, Frankreich 1982 / 27 Min. / 16mm / OF

Regie: Saeed Akhtar Mirza; Kamera: Sunil Sharma; Ton: Rajan Rajkhowa; Schnitt: Elisabeth Kapnist; Produktion: Cellule d’Animation Culturelle du Ministère des Relations Extérieures, Paris

Saeed Akhtar Mirza

1943 in Bombay geboren, studierte am Film and Television Institute of India. Er wurde mit sozialkritischen Filmen bekannt und realisierte später die populären TV-Serien NUKKAD und INTEZAAR (1986, 1988). Mirza’s letzter Film NASEEM (1995) zeigte das Leben einer muslimischen Familie, als in dem Viertel eine große Moschee abgerissen wurde und Straßenunruhen herrschten. Der sehr politische Film wurde als Abgesang auf die friedliche Ko-Existenz der Religionen in Indien verstanden und verboten.

 

PIPARSODKALAVATI OU L’ART D’ETRE FEMME EN INDE

Indien, Frankreich 1961 / 35 Min. / BetacamSP (von16mm) / OF

Regie, Kamera, Ton: Jean-Luc Chambard; Schnitt: Philippe Luzuy; Produktion: Comité du Film Ethnographique (CFE), S.E.R.D.D.A.V., Paris

KALAVATI zeigt das Leben der Frauen, das vor allem aus Arbeit besteht: Wasserschöpfen, Wäsche waschen, sich gegenseitig Haartrachten aus Zöpfen flechten, Früchte sammeln, Essen zubereiten. Dann wird ein Haus mit Lehm ausgebessert, Mauern und Hof glatt bestrichen und der Boden kunstvoll verziert mit weißen Ornamenten. Im letzten Drittel dokumentiert der Film zwei große Feste, bei denen die Frauen eine wichtige Rolle spielen: das Holi-Fest und die Messe zu Ehren einer Göttin.

Jean-Luc Chambard

Ethnologe und Professor für zeitgenössische indische Kultur am Institut National des Langues et Civilisations Orientales (INALCO) in Paris (1961-1997).  1980 erschien sein „Atlas d’un Village Indien – Piparsod, Madhya Pradesh“.

 

 

Für die freundliche Bereitstellung des Vorführmaterials danken wir Pascal-Emmanuel Gallet; Jean-Jacques Hocquard, Medias et Medias, Paris; Brigitte Loret, Bibliothèque Nationale de France; Le Centre National de la Recherche Scientifique; Bildnachweis: Piparsod, un village Indien, 1984, MRE, Paris.