Aktuelle Filme

Anthropology on Trial

Barbara Gullahorn-Holecek
USA 1983 | 57 Min. | 16 mm
Der Film diskutiert an vier Fallbeispielen Sinn und Zweck von Feldforschungen und fragt nach deren Wirkungen auf die erforschten Subjekte bzw. deren Kulturen. Grundsätzlicher; es geht um die weiterreichenden Fragen: … mehr

Baka - People of the Rainforest

Phil Agland
Großbritannien 1987 | 105 Min. | 16 mm
Zwei Jahre hielten sich Phil Agland, Lisa Silcock und Michael Harrison bei den Baka-Pygmäen, tief im tropischen Regenwald Ost-Kameruns auf. Während dieser Zeit bauten sie ein enges, vertrauensvolles Verhältnis zu … mehr

BOULEVARD D’AFRIQUE

Jean Rouch, Tam-Sir Doueb
Frankreich 1988 | 70 Min. | 35 mm
Soukey hat gerade ihre BEPC-Prüfung am Lyzeum in Dakar abgelegt. Nach einer mit Musik und Tanz verbrachten Nacht kommt sie nach Hause zu ihren Eltern, die ihr ihre zukünftige Hochzeit … mehr

FOLIE ORDINAIRE D’UNE FILLE DE CHAM

Der gewöhnliche Wahnsinn einer Tochter Hams

Jean Rouch
Frankreich 1986 | 75 Min. | 16 mm
Ham, der zweite Sohn Noahs, wurde, nachdem er seinen Vater nackt gesehen hatte, verflucht: seine Nachkommen wurden dazu verdammt, den Nachkommen von Sem und Japhet, den ‘guten’ Söhnen Noahs, als … mehr

MAN NO RUN

Ciaire Denis
Frankreich 1988 | 90 Min. | 35 mm
Die Tétes Brulées’ (Hitzköpfe), Jean Marie, Sansibar, Roger, Martin und Afata, tanzen und spielen mit vollgeladenen Rucksäcken Bikutsi-Musik, doch die Tetes Brulees’ gehen mit ihren elektrischen Gitarren über den Bikutsi, … mehr

The Wodaabe

Leslie Woodhead
Großbritannien 1988 | 52 Min. | 16 mm
Zwei Familien der Wodaabe, nomadischer Viezüchter im Norden Nigerias, behaupten sich gegen staatliche Bestrebungen sie sesshaft zu machen. Die Wodaabe lehnen das Leben der Bauern für sich ab, betrachten es … mehr

ZAN BOKO

Gaston Kaboré
Burkina Faso 1988 | 92 Min. | 35 mm

Die wild wuchernde Stadt frisst die Dörfer auf; die Bauern verschwinden oder geben sich selber auf; eine jahrhundertelange harmonisch fortschreitende Entwicklung steht still. Alle humanen und kulturellen Werte weichen einer in ihrem Materialismus zerstörerischen Moderne. Schließlich trotzt nur noch ein Bauer, Tinga, zusammen mit seiner Familie dieser unbegreiflich fremden, urbanen Invasion. Er kann nicht begreifen, warum er seine Erde, in die er seit Menschengedenken verwurzelt ist, verlassen soll; in ihr wird jeweils die Nachgeburt der Kinder (darauf verweist der Filmtitel ‘Zan Boko’) vergraben, als Zeichen der unauflösbaren Verbundenheit. Auch auf einen wohlfeilen Grundstücktausch kann sich Tinga nicht einlassen. Schließlich muß er dem Druck der Stadt und ihrer allumfassenden Macht weichen - doch dafür nimmt er keinen Centime entgegen. Ein noch nicht korrumpierter Journalist wird Zeuge dieses stillen und grausamen Dramas; doch seine Fernsehsendung über die Konfrontation zwischen Stadt und Land wird von oberster Regierungsstelle abgebrochen, weil sie zu ehrlich, zu realistisch und daher zu kritisch ist.

ZAN BOKO, der zweite Spielfilm des hochbegabten Regisseurs Gaston Kaboré aus dem westafrikanischen Burkina Faso, bietet eine Filmreise an: Mit sanfter Bestimmtheit und unheimlich entschiedener, ja unversöhnlicher Ruhe zeigt er, wie die krebsartig wuchernde Stadt die Bauern, die seit Menschengedenken tief in ihrem Stück Land verwurzelt sind, bedrängt und vertreibt. Mit einer selbst im schwarzafrikanischen Kino noch kaum je erlebten Sensibilität und Liebe beschwört er in traumhaft stimmigen Bildern die Harmonie eines traditionellen Bauerndorfs: menschliche Beziehungen und Gesten von großer Würde und Innigkeit.”
(Bruno Jaeggi)
(Festival Katalog 1989)