DE NADIE - NO ONE

Man nennt sie “Niemand”, spanisch “Nadie”, die Migranten, die durch Mexiko in Richtung USA ziehen. Sie sind ohne Papiere unterwegs, um nicht abgeschoben zu werden, wenn die Polizei sie aufgreift. Auf der Suche nach einem besseren Leben verlässt auch Maria Ponce ihre Familie in Honduras. Doch der Weg durch Mexiko wird zum Albtraum. Nach drei Tagen wird ihre Gruppe überfallen, Maria mehrmals vergewaltigt und ihre Freunde zum Teil schwer misshandelt. Zweieinhalb Jahre begleitete der junge mexikanischen Regisseur Tin Dirdamal Migranten aus Mittelamerika auf ihrem Weg durch Mexiko in die USA. Die meisten von ihnen erreichen nicht einmal die mexikanisch-amerikanische Grenze. Viele scheitern angesichts der Gewalt von kriminellen Banden, die sich auf Überfälle auf Migranten spezialisiert haben. Das Ergebnis ist ein beeindruckender Erstlingsfilm, der mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet wurde.

Preise: Audience Award, Sundance Film Festival 2006; Best Feature Documentary, Mexican Academy Awards Arieles 2006; Amnesty International Film Festival, Seattle 2006; Best Documentary Feature, Cine Las Americas Int. Film Festival 2006

Tin Dirdamal, geboren in Monterrey, Mexiko. In zahlreichen Menschenrechtsgruppen engagiert. Mitarbeit u.a. an einem Immigranten-Projekt in Veracruz und bei einer Bildungsinitiative für das Volk der Tarahumara im nördlichen Mexiko. DE NADIE ist sein erster Dokumentarfilm.

9 STAR HOTEL

In den von Israel besetzten Gebieten arbeiten Tausende Palästinenser illegal als Bauarbeiter. In der Nacht schlafen sie auf den Hügeln in improvisierten Hütten und Unterständen, ein großer Kontrast zu den luxuriösen Apartmenthäusern, die sie während des Tages hochziehen. In 9 STAR HOTEL begleitet Ido Haar zwei von ihnen, Ahmed und Muhammad. Der eine ein Sammler von Fundstücken, der andere ein philosophischer Kritiker des palästinensischen Charakters (“Wir denken rückwärts. Nie denken wir vorwärts.”). Beide teilen nicht nur ihr Essen, ihren Besitz und ihre Erlebnisse, sondern auch die ständige Angst, als Illegale von der Polizei, von Soldaten oder dem Geheimdienst verhaftet zu werden. Mit aus der Hand gefilmten Bildern dokumentiert dieser bewegende Film Freundschaft, Nostalgie und den unbedingten Willen zu überleben.

Preise: Wolgin Award Best Documentary; The Jerusalem International Film Festival 2006

Ido Haar, Abschluss Sam Spiegel School For Film & Television, Jerusalem, 2002. Filme: MELTING SIBERIA (2004), TRICKS (2002).