sudan, remember us

SUDAN, REMEMBER US  Erst seit kurzem findet der Konflikt im Sudan wieder verstärkt Beachtung in der Weltpresse. Tatsächlich geht der Krieg zwischen General Abdel-Fattah Burhan von den sudanesischen Streitkräften SAF und General Mohamed Hamdan Dagalo, Chef der paramilitärischen Schnellen Eingreiftruppe RSF, bereits in sein drittes Jahr – mit verheerenden Folgen für die Bevölkerung: 13 Millionen Menschen, etwa ein Viertel der Bevölkerung, sind laut UN vertrieben worden und fliehen in die gesamte Region, 25 Millionen leiden unter akutem Hunger. Schätzungen gehen von 60 000 bis 150 000 Todesopfern sowohl durch direkte Gewalt als auch durch Hunger und Krankheiten als direkte Kriegsfolgen aus.  Unter dem Titel SUDAN, REMEMBER US möchten wir die Aufmerksamkeit auf diesen nahezu vergessenen, einige sagen: ignorierten Konflikt lenken, der mit der Absetzung des langjährigen Machthabers Al-Bashir im April 2019 begann. Die damalige Forderung der Bevölkerung nach der Einsetzung einer zivilen Regierung ist bis heute unerfüllt geblieben ist. Mit zwei Filmen im Vorfeld des Festivals (siehe unten) und den zwei Dokumentarfilmen im Hauptprogramm möchten wir näher auf Auswirkungen dieses Krieges auf die sudanesische Bevölkerung eingehen.  In ihrem Dokumentarfilm SUDAN, … mehr

KHARTOUM

Anas Saeed, Ibrahim Snoopy, Phil Cox, Rawia Alhag, Timeea M Ahmed
Germany, Qatar, Sudan, UK 2025 | 80 Min. | DCP, EN subs
Fr, 30.05.2025 14:00
Filmgespräch mit:
Talal Afifi
Ein Kollektiv der Sudan Film Factory begann 2022 mit einem Projekt, verschiedene Menschen in Sudans Hauptstadt zu porträtieren, initiiert von dem Briten Phil Cox (Native Voice Films). In der Aufbruchstimmung … mehr
So, 01.06.2025 10:30
Gäste:
Aya El Sammani, Roman Deckert, Talal Afifi
REMEMBERING SUDAN Mit dem Panel in der Sonntagsmatinee möchten wir diese Reihe zur Situation im Sudan vertiefen. Als Gast begrüßen wir Aya El Sammani, sie floh im vergangenen Jahr aus … mehr

SUDAN, REMEMBER US

Hind Meddeb
France, Qatar, Tunesia 2024 | 76 Min. | DCP, EN subs
Sa, 31.05.2025 14:00

April 2019, im Sudan putscht das Militär und stürzt den langjährigen Machthaber Omar Al-Bashir. In Folge gehen Tausende junge Menschen gegen das Regime in Khartum auf die Straße. Sie kämpfen für ein freieres, selbstbestimmtes Leben in einem neuen demokratischen Sudan.

In der Euphorie dieser Tage findet die Filmemacherin Hind Meddeb ihre Bilder der Revolution. Sie trifft auf junge Aktivist*innen, wie Shajane, Maha, Muzamil u.a. die nach 30 Jahren Diktatur für eine zivile Regierung kämpfen und dafür alles riskieren. Sie sind laut und sie sind kreativ. Sie erheben ihre Stimmen und erinnern an die Dichter*innen des Sudan und ihre Poesie der Menschlichkeit und Gerechtigkeit. In der Montage werden Meddebs Bilder zu einem kollektiven Portrait des sudanesischen Frühlings von 2019.

Sechs Wochen später, Anfang Juni eröffnet das Militär erstmals das Feuer auf die Demonstrierenden. Die Bilder aber können Gewehrsalven nicht töten.

Hind Meddeb (*1978) ist zwischen Frankreich, Marokko und Tunesien aufgewachsen. Vom Journalismus wechselte sie in den Dokumentarfilm und drehte u. a. zwei abendfüllende Filme über den arabischen Frühling aus der Perspektive der Jugend.