GRASS: A NATIONS BATTLE FOR LIFE

Das Hauptthema dieses klassischen Films ist die Frühlingswanderung der Bakthiari Nomaden des südwestlichen Irans von den Khuzistan Ebenen nahe dem Golf zu ihren Sommerquartieren hoch oben im Zagrosgebirge nahe Isfahan. Die Filmemacher (sie drehten später die Orginalfassung von King Kong) waren eigentlich auf dem Weg nach Indien, und stießen zufällig auf den Zug der Bakhtiari, da sie wegen der gespannten politischen Lage im südlichen Iran in Khuzistan festsaßen.

Sie wußten nicht das Geringste über den Stamm der Bakhtiari, weder über deren Nomadenleben - sie ziehen alljährlich in die Berge und dann wieder in die Ebene zurück -, noch über deren Bedeutung als politische Kraft im Iran. In dieser Naivität und in der vermeintlichen Sicherheit, in der sie sich zu Unrecht wägten, produzierten sie einen bemerkenswert authentischen und realistischen Dokumentarfilm - strukturiert nicht durch den Filmschnitt, sondern durch die Ereignisse selbst. Sie wußten sowenig von dem, was sie filmten, daß die Kamera nicht lügen konnte. Andererseits sind alle ihre Zwischentitel romantischer und melodramatischer Unsinn… (David Brooks)

CHANG – A DRAMA OF THE WILDERNESS

mit Klavierbegleitung von Günter A. Buchwald

Bevor sie KING KONG, den berühmtesten Gorilla der Filmgeschichte erfanden, reisten Ernest B. Schoedsack und Merian C. Cooper in den Dschungel Nord-Thailands, wo sie zwei Jahre lang Aufnahmen für ihren zweiten halbdokumentarischen Film CHANG machten: CHANG zeigt den Kampf des Jungen Kru und seiner Familie vom Stamm der Lao. Im siamesischen Dschungel verlassen sie ihr Territorium, trotzen dem Urwald eine Lichtung ab, kämpfen gegen Leoparden und Tiger und zähmen einen jungen Elefanten. Die aufregende und sorgsam strukturierte Geschichte mündet in eine (zum Teil nachgestellte) Zerstörung eines ganzen Dorfes durch eine Herde von Elefanten-Kühen. Mit diesem Dokumentarfilm-Klassiker haben Cooper und Schoedsack nicht nur ästethische Standards für sämtliche Dschungelabenteuerfilme der Folgezeit gesetzt, sondern auch die großen Themen ihrer nachfolgenden Spielfilme, vor allem KING KONG (1933), vorweggenommen. CHANG zeigt beeindruckende, dokumentarische Tieraufnahmen, wie sie heute kaum noch möglich sind, da das Land kultiviert und viele Tierarten - wenn nicht vollständig, so überwiegend - ausgestorben sind.

Merian C. Cooper, geboren 1893 in Jacksonville, Florida. Arbeitet als Seemann und Journalist, bevor er nach dem Ersten Weltkrieg in Wien Ernest B. Schoedsack kennen lernt, mit dem ihn eine lange Freundschaft verbindet. 1933 entsteht mit KING KONG der größte Erfolg in der Zusammenarbeit mit Schoedsack. 1949 dreht er mit Schoedsack MIGHTY JOE YOUNG, ein inoffizielles Remake von KING KONG. Cooper stirbt 1973 in San Diego.

Ernest B. Schoedsack, geboren 1893 in Council Bluffs, Iowa. Bildberichterstatter im Ersten Weltkrieg. Mit den Filmen GRASS (1925) und CHANG gelangt er gemeinsam mit Cooper zu Bekanntheit, es folgt RANGO (1931), ein Film über einen Orang Utan und zwei Jägern auf Sumatra. Nach MIGHTY JOE YOUNG zieht er sich bald darauf aus dem Filmgeschäft zurück. Schoedsack stirbt 1979 in Los Angeles.

GRASS

Stummfilm mit Musikbegleitung von Günter A. Buchwald, Murat Coşkun und Shakir Ertek

Der Stummfilm Grass erzählt von einer dramatischen Wanderung des südpersischen Nomadenstammes der Bakhtiari. Alljährlich ziehen diese Nomaden in einem entbehrungsreichen Marsch mit ihren Schafen und Ziegen vom Persischen Golf auf die Weiden des zentralen persischen Hochplateaus.

Marguerite Harrison, Merian C. Cooper und Ernest B. Schoedsack reisen durch Kleinasien, um zu den Bakhtiari zu gelangen. Ihnen folgen sie auf dem 48-tägigen Marsch durch Wüsten und über Flüsse und Berge hinweg. Das ist Mühsal und große Härte für 50.000 Menschen mit ihren 500.000 Tieren – durch schwieriges Gelände. Säuglinge, Kinder, Alte, alle kommen mit -nicht alle kommen an. Höhepunkte sind die Überquerungen des reißenden Flusses Karun auf aufgeblasenen Ziegenhäuten und kleinen Flössen; der sehr steile Anstieg in die Berge, der, kaum bewältigt, übertroffen wird durch die Herausforderung des Zardeh Kuh (östlich von Isfahan), wo der Weg bis zur Passhöhe durch Schnee und Eis führt. Die Männer, die vorausgehen, um einen Pfad zu hauen, sind barfuss. Und schließlich der Abstieg auf der anderen Seite und die Ankunft in einem fruchtbaren und grasreichen Tal. Eine ungewöhnliche historische Dokumentation mit aufsehenerregenden Szenen und Bildern.

Ernest B. Schoedsack, geboren 1893 in Council Bluffs, Iowa. Bildberichterstatter im Ersten Weltkrieg. Mit den Filmen GRASS (1925) und CHANG gelangt er gemeinsam mit Cooper zu Bekanntheit, es folgt RANGO (1931), ein Film über einen Orang Utan und zwei Jägern auf Sumatra. Nach MIGHTY JOE YOUNG zieht er sich bald darauf aus dem Filmgeschäft zurück. Schoedsack stirbt 1979 in Los Angeles.