MIZIKE MAMA

MIZIKE MAMA ist das Porträt von Marie Daulne, einer jungen Sängerin, deren musikalische Arbeit entscheidend von ihrer halb afrikanischen und halb westlichen Herkunft beeinflußt ist. Marie Daulnes Mutter kommt aus Zaire, während ihr Vater - den sie nie kennenlernte - Europäer ist. In ihrer Musik fügt sie Elemente pygmäischer Musik und der Mangbeta-Musik aus Zaire zusammen mit Einflüssen aus Jazz, Gospel und kubanischer Musik. Sie fügt diesen unterschiedlichen Stilarten verschiedene Stimmen in einer Kombination von Klängen und Rhythmen bei (AI Capeila).

Sie umgibt sich mit Frauen, die ‘ihr ähneln’ und, wie sie selbst, in Europa zur Schule gingen und herrlich singen können: die ‘Zap Mamas’. Ihre Musik lädt die ZuseherInnen und Hörerinnen ein, den Reichtum einer Musik kennenzulernen, die als gelungenes Beispiel einer Vermischung von (Musik)-Kulturen zu sehen ist.

David-Pierre Fila: LE PARADIS VOLE

LE PARADIS VOLE behandelt ein universelles Thema im heutigen Afrika. Die alten Zivilisationen finden keine Zeit, sich unter den Einflüssen eines westlichen Fortschrittsglaubens ihren eigenen Weg zu suchen. Sie verschwinden und mit ihnen ein Wissen, das sie seit Menschengedenken innehaben.

LE PARADIS VOLE ist der letzte Teil eines Triptychons: LE DERNIER DES BABINGAS (der auf dem ‘4. Filmforum’ zu sehen war) und TALA TALA.

Batetana David-Pierre Fila, Geboren am 18.6.54 in Brazzaville (Kongo). Filmstudien in Bordeaux, danach an der ‘Ecole Louis Lumière in Paris. Verschiedene Assistenzen bei Spielfilmen. Seine eigenen Filme: LE MASQUE DU SORCIER, 1985
LE VIE DANS LA FORT, 1986
FESPACE, JE T’AIME,1987
LES FONDEURS D’ALUMINIUM, 1987
AMADOU, FABRICANT DE MALETTES, 1987
L’HOMME MEMOIRE,1991 BIKS, 1991,
LE DERNIER DES BABINGAS, 1991
TALA TALA, 1991

David-Pierre Fila: TALA TALA

Wir befinden uns an Bord der ‘Ville d’Owando’, dem letzten Raddampfer auf dem Kongo-Fluß. Er durchfährt die 1000 km von Brazzaville bis an die Grenze Kameruns. Das Boot ist eine funktionierende schwimmende Stadt mit Restaurants und Läden. Der Kapitän des Bootes ist hier Bürgermeister, Polizist und Richter in einer Person. Während der fünftägigen Bootsfahrt tauschen die Menschen aus dem Innern des Landes ihre Waren. Unser Reiseführer verläßt ab und zu das Boot um an den Ufern des Flusses auf interessante Menschen zu treffen: auf Coco, eine 123 jährige Frau, oder auf einen Abkömmling des Königs Makoko.
Eine Reise zum Gedächtnis der afrikanischen Geschichte.

Mweze Ngangura: CHANGA CHANGA

Das Zusammentreffen und die Vermischung europäischer mitafrikanischen Kulturen - das ist das Thema von CHANGA CHANGA (was in Suaheli soviel wie ‘Mischung / Patchwork’ bedeutet). Diese Begegnung der Kulturen ist nirgends deutlicher als in der Musik, sie “bringt die Menschen zusammen”, wie es Manu Dibango zu Anfang des Films ausdrückt; einer der porträtierten schwarzen Musiker, die heute in Brüssel leben. Dibango, ein Pionnier der schwarzen Musik in Brüssel, erzählt zusammen mit seinem weißen Kollegen Vicky Down von den ersten Stunden einer schwarzen Musik in Brüssel. Der Besuch in ‘Matonge’, einem Stadtviertel Brüssels, in dem viele Schwarze aus Zaire wohnen, führt zu vielen Musikerinnen und Musikern: Viktor Lazio, Dani Klein, KhadjaNin, Zap Mama, Les Ryth’Miss, TootsThielmans, Dieudonné Kabongo, Chris Joris, Mamady Keita, Ken Ndiaye…,

Gezeigt wird die Präsenz schwarzer Musik in Brüssel, aber auch die wechselseitige Beeinflussung afrikanischer und westlicher Musik.

Mweze Ngangura: KIN KIESSE

KIN KIESSE ist ein bitter-süsses Porträt von ‘Kin-la-belle’, von Kinshasa, der Hauptstadt Zaires. Die Widersprüche einer afrikanischen Großstadt, kommentiert vom heute wichtigsten ’naiven’ Maler des Landes, Chéri Samba.

Das ‘Kin’ der Nachtclubs, der großen Häuser, der Schuhputzer, der Frisöre, das ‘Kin’ der Armenviertel, vor allem auch das ‘Kin’ der Musik: von den Fanfaren der Bierfeste bis hin zum Rumba und den ‘angesagten’ Orchestern, die zum traditionellen Tanz aufspielen.

PIPARSOD II

Das Leben im indischen Dorf Piparsod - aus der Sicht eines indischen Filmemachers.

NGOR, L’ESPRIT DES LIEUX

»Die urbane Entwicklung Dakars seit dem Ende des zweiten Weltkriegs bis zur Unabhängigkeit des Landes 1960 hat die alten Viertel der Stadt vollkommen umstrukturiert. Diese galoppierende Entwicklung hat nahezu alle alten Stadtteile (Medina, Ouakam, Yoff…), die von den Lebu (…) bewohnt sind, geschluckt. Die Lebu, die Begründer Dakars, sind die ersten Opfer dieser Urbanisierungspolitik. Ngor ist das einzig verbliebene intakte Dorf, das sich gegen das Stadtplanungsprojekt, dank der stabilen sozialen Organisation der Lebu, gewehrt hat. Der Film ist eine Chronik, die uns in das Alltagsleben der Bewohner Ngors eintauchen läßt. Er enthüllt uns einige Geheimnisse ihres hartnäckigen Widerstands…«
(S.F. Ndiaye).

LA NUIT DES INDIENS PUMÉ

Seit Ende der 50er Jahre wurden die Pumé-Yaruro in dem Ort Riecito angesiedelt. Einige Beamte sind damit beauftragt, sie in das »nationale Leben zu integrieren«. Aber die kreolischen Viehzüchter sind im Besitz des Bodens. Die Pumé leben mehr schlecht als recht von ein wenig Kleinhandel und der Arbeit in den Plantagen.

Während in Europa der exotische Mythos des »reinen« amazonischen Indianers - weit weg von industrieller Umweltverschmutzung und in Symbiose mit der Natur lebend - ein ideales Bild von ihm vermittelt, integrieren die Pumé-Indianer in Venezuela durchaus Flugzeuge, Lastwagen und andere Symbole der Moderne in ihre Träume über den Jaguar und die Geister in der Natur.

Fast jede Nacht, angeleitet von den Schamanen, nehmen die Pumé Kontakt mit den Mächten »aus der anderen Welt« auf. Während ihrer nächtlichen Zeremonien, singen sie gemeinsam und machen so ihre Reisen in eine Welt, in der Tradition und Moderne eng miteinander verflochten sind.

LE ROI, LA VACHE ET LE BANANIER

Mweze Ngangura führt uns in seine Heimat, das Königreich Ngweshe, im östlichen Zaire gelegen. In dieser Region der großen Seen sind die äußeren Zeichen des Reichtums die Zahl der Kühe und die Größe der Bananenplantagen.

Der Filmemacher läßt zwei wichtige Zeugen zu Wort kommen. Der König, Mwami Pierre Ndatabaye Weza III, zeichnet den Alltag dieses traditionellen afrikanischen Königreiches und dessen Konfrontation mit dem modernen Leben nach. Der Märchenerzähler Makura beschreibt die zahlreichen Mythen, die sich um Kühe und Bananen ranken. Er ist der Hüter der Bashi-Kultur und des kollektiven Gedächtnisses und vermittelt den Kindern die Sprichwörter, Bräuche und Mythologien.

Wie schaffen es die Bashi, Kolonisierung, Unabhängigkeit und Fortschritt mit ihrer eigenen Geschichte in Einklang zu bringen?

Außerdem beleuchtet der Film die dramatischen Ereignisse im Nachbarland Rwanda: Ein Wahrsager kündigt Katastrophen in den angrenzenden Nachbarländern an.

MOI, UNE FILLE COMME LES AUTRES

Eine Frau kehrt aus dem Flüchtlingslager in Thailand nach Kambodscha zurück. Sie lebt nun mit ihren vier Kindern in Phnom Penh unter einem Baum und fristet ihre Existenz mit der Suche nach verwertbaren Abfällen. Ein liebevolles Portrait und eine scharfe Anklage gegen die trostlosen Bedingungen, unter denen viele Flüchtlinge nach ihrer Rückkehr in ihrem Land leben müssen.

Cheeng Savanna wurde von ‘Ateliers Varan’ in Zusammenarbeit mit dem kambodischen Regisseur Rithy Panh ausgebildet. MOI, UNE FILLE COMME LES AUTRES ist sein erster Film.