DIVINE HORSEMEN: THE LIVING GODS OF HAITI

Maya Deren (1917-1961) war die Tochter eines nach Los Angeles ausgewanderten Psychiaters. In Sydney besuchte sie die Universität und entdeckte dort ihr Interesse für den Film. In New York studierte sie Literatur. 1947 mietete Maya Deren ein Kino, um ihre experimentellen Filme vorführen zu können, die sie meist selbst finanziert hatte. Ausserdem arbeitete sie als Fotografin für Zeitschriften, machte Vortragsreisen und schrieb Texte für verschiedene Magazine. 1947 bis 1951 drehte sie auf Haiti einen Dokumentarfilm über den ‘Vodon’ (Voodoo)-Glauben. Sie wurde als Priesterin initiiert, die die in ihrem Film festgehaltenen intimen Details erklären.

Jedoch konnte Maya Deren den Film nicht mehr selbst fertigstellen. Cherei Ito und Teiji Ito versuchten das Material zusammenzuschneiden, ohne die gelungene Kameraarbeit der Autorin zu zerstören. Obwohl ein gelungener Film entstanden ist, steht zu vermuten, daß Maya Deren dem Film eine surrealistischere Note verliehen hätte.

Der Film beginnt mit einer allgemeinen Einführung in einige Elemente des Voodoo-Glaubens auf Haiti. Der Zuschauer wird mit dem ‘loa’, d.h. den göttlichen Geistern, bekannt gemacht. Der Hauptteil des Films schildert die wesentlichen Züge von Ritualkomplexen. Es folgen Szenen der Verehrung der ‘loa’ jener Kulte. Zu sehen sind verschiedene Stadien und Typen von Besessenheit sowie Tieropfer. Am Ende des Films sind profane Tänze maskierter Musikgruppen des haitianischen Karnevals in Port-au-Prince zu sehen.