FROM SOMEWHERE TO NOWHERE – Wanderarbeiter in China

Unterwegs durch China mit dem Fotografen Andreas Seibert
Rund 150 Millionen Chinesen ziehen als Wanderarbeiter durch das Land. Seit den späten 1980er Jahren tragen sie die boomende Wirtschaft Chinas. Sie rackern sich auf den zahlreichen Großbaustellen der Städte ab, schuften meist ohne Papiere in den für ihre katastrophalen und nicht selten krankmachenden Arbeitsbedingungen bekannten Fabriken und Minen für einen Hungerlohn. Ihre Hoffnung, am Aufschwung teilhaben zu können, wird dabei oft betrogen. Der in Tokio lebende Schweizer Fotograf Andreas Seibert begleitet diese Wanderarbeiter seit 2002. Auf drei Reisen in den Jahren 2006, 2007 und 2008 hat der Schweizer Filmemacher Villi Hermann den Fotografen Andreas Seibert auf seinen Reisen begleitet. Gemeinsam durchqueren sie China vom boomenden Süden nach Norden, von Osten nach Westen. Sie besuchen Wanderarbeiter an ihren Arbeitsstätten, schauen in ihre notdürftigen Unterkünfte und fahren mit ihnen in die Dörfer und zu den Familien, die sie zurückgelassen haben. In eindrücklichen Bildern zeigt der Film, wie diese Migration die Gesellschaft verändert: rund 20 Millionen Kinder wachsen ohne ihre Eltern auf, weil diese in den Städten arbeiten. Die – manchmal heimlich gedrehten – Aufnahmen zeigen, welchen Preis die Menschen und die Umwelt Chinas für den rasanten wirtschaftlichen Aufschwung bezahlen müssen. (Solothurner Filmtage)

Villi Hermann: Auswahl seiner Filme: SAN GOTTARDO (1977), ES IST KALT IN BRANDENBURG -HITLER TÖTEN (1980), INNOCENZA (1986), BANKOMATT (1988), TAMARO, MARIO BOTTA AND ENZO CUCCHI (1998), MUSSOLINI, CHURCHILL E CARTOLINE (2003), WALKER. RENZO FERRARI (2004), PÉDRA. A REPORTER WITHOUT BORDERS (2006).