Rift Finfinnee

Daniel Kötter
Deutschland 2020 | 79 Min.
Livestream: Mi, 12.05.2021 20:00
On demand: 6. – 16. Mai
Filmgespräch via Zoom mit:
Daniel Kötter
» Trailer

Wie viele afrikanische Metropolen wächst die äthiopische Hauptstadt Addis Abeba rasant. Die Oromo-Bauern der Umgebung nennen sie Finfinnee und nur ein Teil des Great Rift Valley trennt ihr verbliebenes Land noch von der Stadt. Immer mehr Bauern geben auf und wechseln als Tagelöhner in die Stadt. Und damit in das Stammesgebiet der urbanen Amhara, was zusätzliche Konflikte bewirkt.

Der Film beginnt mit einer langen Einstellung der Riftlandschaft, ein schmaler Steg führt durch das Tal, beständig genutzt von Passanten in beide Richtungen. Es ist der Ort der Passage zwischen den Welten. Noch verborgen liegt hinter der Anhöhe die Stadt, die im Weiteren gezeigt wird. Baustellen, endlose Neubaublöcke, schon wieder verfallende Stadtteile, ein Eselkarren trabt eine breite Einfallstraße lang, am Rand Straßenhändler. Ein Acker, umringt von Neubauten, wird tatsächlich noch bestellt und prägt sich als Sinnbild ein. Dazu montiert Daniel Kötter im OFF Tonaufnahmen von Gesprächen mit Menschen, die er gesprochen oder denen er gelauscht hat, eine Lokalisierung bleibt unklar. Sie kreisen um alles, was mit dem Wandel dieser Region zu tun hat, bezeugen die tiefen Einschnitte in Lebensweisen, die die Urbanisierung zur Folge hat.

DEFA Award @ DOK Leipzig 2020

Daniel Kötter, geb. 1975, lebt in Berlin. Er ist ein Filmemacher, Videokünstler und Musiktheater-Regisseur, der in verschiedenen Medien und interdisziplinär arbeitet. Seine Filme verbinden dokumentarische Beobachtung mit strukturellen Konzepten und Montage. Oft sind die Werke in Kontexten der Bildenden Kunst oder des Theaters angesiedelt. 2008-11 arbeitet eer mehrfach mit dem Komponisten Hannes Seidl zusammen an Videoperformances und der Mehrkanal-Trilogie „Arbeit und Freizeit“ . Mit der Bühnenbildnerin Constanze Fischbeck entstanden Projekte über soziale Bedingungen des Performativen („state theatre“, 2009-14), danach die Musiktheater-Trilogie „Ökonomien des Handelns: KREDIT, RECHT, LIEBE“ (2013-16). 2014-18 erarbeitete er gemeinsam mit dem Kurator Jochen Becker (metroZones) das umfangreiche Web-, Ausstellungs- und Filmprojekt „Chinafrika. Under Construction“ über die wirtschaftlichen Verflechtungen zwischen China und Afrika. Seine langen Dokumentarfilme sind HASHTI TEHERAN (2016), DESERT VIEW (2018), YU GONG (2019)

Regie, Kamera, Montage: Daniel Kötter
Ton: Marcin Lenarczyk
Musik: Getatchew Merkuria
Produktion: Meike Martens
Verleih: Arsenal Filmverleih, Berlin