Khan Giarai

Van Le
Vietnam 1994 | 19 Min. | 35 mm, dt. eingesprochen
Zu Gast: Bui Dinh Hac, Nguyen Luong Duc

Wie viele ethnische Gruppen in Vietnam, trägt auch die Giarai-Kultur mutterrechtliche Züge. Besondere Bedeutung haben ein Wassergott und ein Feuergott, sowie der Wasserkönig und der Feuerkönig. Der Alltag der Menschen ist geprägt von unzähligen Ritualen. Sie haben eine umfangreiche orale Literatur, und die Giarai selbst sagen, solange Geschichten erzählt werden, wird die Kultur der Giarai nicht sterben.

Die Totenrituale der Giarai sind sehr aufwendig und dauern lange. Besonders aufwendig ist die Grabstätte und ihre Dekoration. Die Menschen werden durch den Tod in die Welt der Ahnen und Geister überführt, sind also weiterhin existent und lebendig. Das Auffälligste an den Gräbern der Giarai sind aber die großen, grob geschnitzten, hölzernen Skulpturen, die Frauen und Männer in alltäglichen Situationen darstellen. Stillende Frauen, kopulierende Paare, männliche Köche, aber auch eine vielfältige Tierwelt bevölkern die Umgebung der Grabhäuser.

Dieser Film ist einer der ersten vietnamesischen Filme über Minderheiten, der keine propagandistische Botschaft hat.