WHOSE PAINTINGS?

WHOSE PAINTINGS? ist eine ethnographische Dokumentation einer Begegnung und Konversation zwischen Alwin Belak, einem amerikanischen Kunstsammler russisch-jüdischer Abstammung, der sich auf das Sammeln von Rajput-Miniaturen aus Indien spezialisiert hat, und Jayasinhij Jhala, einem indischen ‘Visual Anthropologist’ aus Rajasthan, der an der Temple Universität in Philadelphia lehrt.

Teils Konfrontation, teils Zusammenarbeit, zeigt diese gemeinsame Betrachtung der Malereien in einem Appartement der Oberschicht in Philadelphia die unterschiedlichen Standpunkte, welche die beiden Protagonisten in ihrer Haltung zu diesen kulturellen Schätzen einnehmen. Die Ansichten der beiden ergänzen sich nur teilweise, oft reden sie aneinander vorbei. Diese Dynamik liefert spannende Informationen und Einsichten in so unterschiedliche Gebiete wie Kunsthandel, Kultur und Ästhetik der Rajputen und deren Geschichte. Der Diskurs wirft aber auch Fragen zur Problematik des kulturellen Erbes auf. Welches sind die Rechte und Pflichten gegenüber Individuen, Gemeinschaft, Nation und der Welt als Ganzes im Bezug auf Kunsttraditionen, deren Wert und Besitz?

Durch das Fenster dieser ganz speziellen Begegnung führt das Video die Zuschauer zu Fragen über Sammeln, Teilen, Schützen, Restaurieren, Veröffentlichen, Vermarkten und Besitzen von Objekten, deren Bedeutung eine andere war in der Kultur, in der sie geschaffen wurden, als in der, in der sie heute zu finden sind.
(Jayasinhji Jhala)

LOOKING FOR THE MAN OF ARAN

Robert Flahertys Film MAN OF ARAN (1934) ist einer der ersten ethnographischen Dokumentarfilme. LOOKING FOR THE MAN OF ARAN untersucht das Verhältnis der Bewohner von Aran zu Flahertys Film. Was halten die Insulaner heute von Robert Flahertys Film und dem Image, das Flaherty von ihrer Insel entworfen hat? Wie erinnern sie sich an die Dreharbeiten und Robert Flaherty? Robert Flahertys machte die Insel weltberühmt. Heute 60 Jahre später, ist Aran eine der größten touristischen Attraktionen der Westküste Irlands. Wie benutzen die Bewohner von Aran Robert Flahertys Image im Massentourismus?

Sebastian Eschenbach, geb. 1967 in Marburg. Studium der Ethnologie in Göttingen und Kopenhagen. Studium der Visuellen Anthropologie am Granada Center for Visual Anthropology an der Universität Manchester. Zur Zeit Mitarbeiter in einer Filmproduktionsfirma in Berlin.

BALKAN PORTRAITS

Die BALKAN PORTRAITS sind fünf unterschiedliche Portraitkurzfilme aus einem community based video project. Sie entstanden aus einem Seminar für Visuelle Anthropologie, das Asen Balikci mit fünf jungen einheimischen Teilnehmern aus dem multikulturellen Gebiet Gotze Delchevs, im Südwesten von Bulgarien, durchführte. Nach der Einweisung in die Methoden der Visuellen Anthropologie und in die Videotechnik wurden die einheimischen Teilnehmer (zwei christliche Bulgaren, ein Roma und zwei bulgarische Muslime) dazu aufgefordert, jeweils einen Film über ein Thema ihrer Wahl zu produzieren.
Das Ziel des Projekts war es, die einheimischen Videomacher zu ermutigen, ihre Wahrnehmung der eigenen Gemeinschaft filmisch auszudrücken.

Asen Balikci ist Ethnologe und Filmemacher. Er lehrte an der University of Montreal in Kanada. Er ist bulgarisch-türkischer Herkunft, schloß seine Schulausbildung in der Schweiz ab und studierte in den USA. Neben seinen Feldaufenthalten in der Arktis, arbeitete Balikci auch in Afghanistan, Äthiopien, Mexiko, Sibirien und Bulgarien. Seit einigen Jahren lebt und lehrt er in Sofia, Bulgarien. Er realisierte u.a. die berühmte NETSILIK ESKIMO Serie (1970-1978) über eine Inuit-Gemeinschaft in Kanada.