ZAIRE. LE CYCLE DU SERPENT

Im Herzen Afrikas, nach 30 Jahren Unabhängigkeit und 25 Jahren Mobutu-Herrschaft - welcher Zukunft geht Zaire entgegen? Fünf Wochen lang filmte Thierry Michel die Hauptstadt Kinshasa aus jedem Blickwinkel. Das Kinshasa der Bettler, Obdachlosen und Ausgestossenen, das Kinshasa der mittelständischen Kaufleute, religiösen Würdenträger und der Militärs. Schließlich die Stadtbezirke des Volkes, wo die Opfer der Diktatur zu Grabe getragen werden. “Die Entwicklung Zaires kann in vier Perioden beschrieben werden, von denen jede für sich eine Person repräsentiert: Die erste Periode war die von Patrice Lumumba zu Beginn der Unabhängigkeit, dem Mann, der von Freiheit, Demokratie und Glück sprach. Das Blatt hat sich vollständig gewendet, das Chaos regiert heute. Dann hat sich der ‘Löwe’ eingerichtet, Tschom-be, der nur von Ordnung und von der Wiederherstellung der Ordnung sprach. Der zweiten Periode folgte eine dritte: die des ‘Leoparden’. Das ist Mobutu.

Die vierte Epoche, in der wir momentan leben, sieht das Ende des ‘Leoparden’ kommen. Es beginnt nun die ‘Periode der Schlange’. Die Schlange, das ist der Geheimdienst, das sind auch die Leute, die die Diktatur aufbauten und unterstützen. Die Schlange versucht, die Menschen auszupressen bis sie revoltieren und wieder anfangen, von Freiheit und Demokratie zu sprechen - genau das, was wir zur Zeit in Zaire tun…” (Aubert Mukendi im Film)

CHILDREN OF RIO

Luis Carlos genannt “die Ratte” und Luciano de Souca, “der Chinese” leben seit ihrer frühesten Kindheit auf der Straße in Rio. Ganz auf sich gestellt, organisieren sie ihr Überleben durch Betteln, Diebstahl und Drogenhandel. Ihre Freundschaft bringt etwas Licht in ihren harten Alltag, sie können sich aufeinander verlassen. Und dann gibt es noch Tage wie Karneval, an denen ein zweites Leben in ihnen erwacht.

Der Film gibt ihnen die Gelegenheit, in ihren eigenen Worten zu erzählen. “Essen” und “Überleben” sind die alles beherrschenden Imperative für Luis. Souca, der 16-jahre alte Kopf der Gang kann sich einschmeicheln und ist intelligent genug, um am Rande der Gesellschaft überleben zu können. Er stiehlt, damit er sich Essen kaufen kann und schnüffelt Klebstoff, um ein wenig high zu sein; das einzige Glücksgefühl, das er kennt.

Arbeitslosigkeit, Bevölkerungsexplosion und das Auseinanderbrechen der Familien sind die Ursachen dafür, dass diese Kinder, überall in der Dritten Welt, sich selbst überlassen sind.

ZAIRE. THE CYCLE OF THE SERPENT

Zaire nach 30 Jahren Unabhängigkeit und 25 Jahren Mobutu-Herrschaft. Welcher Zukunft geht das Land entgegen? Fünf Wochen filmte Thierry Michel die Hauptstadt Kinshasa aus jedem Blickwinkel: die Stadt der Bettler, der Obdachlosen und Ausgestoßenen, das Kinshasa der Kaufleute, der religiösen Würdenträger und der Militärs. Schließlich die Stadtbezirke des Volkes, wo die Opfer der Diktatur zu Grabe getragen werden. “Die Geschichte Zaires kann in vier Abschnitte unterteilt werden”, sagt Aubert Mukendi im Film. “Die erste Periode war die von Lumumba, zu Beginn der Unabhängigkeit, wo man von Freiheit, Demokratie und Glück sprach. Dann kam der Löwe, Tschombé, der nur von Ordnung und von der Wiederherstellung der Ordnung sprach. Danach der Leopard, Mobutu. Die vierte Epoche, in der wir momentan leben sieht das Ende des Leoparden kommen. Es beginnt die Zeit der Schlange. Die Schlange ist der Geheimdienst, das sind auch die Leute, die die Diktatur aufbauen und unterstützen. Die Schlange versucht, die Menschen auszupressen, bis sie revoltieren und wieder anfangen, von Freiheit und Demokratie zu sprechen – genau das, was wir heute in Zaire tun …”

IRAN, VEILED APPEARANCES

Teheran, Dezember 1998. Das Begräbnis des ermordeten oppositionellen Dichters Mohammad Mokhtari, einer der Schlüsselfiguren im Kampf gegen die Unterdrückung der Redefreiheit im Iran, ist der Ausgangspunkt einer Reise in die Vergangenheit der Islamischen Republik.

Thierry Michel: “Ich kam nach Teheran, um die Bedeutung einer Revolution und ihre Ideale zu verstehen. Ich wollte mich auf den Alltag einer Gesellschaft einlassen, die als die Wiege des Islamischen Fundamentalismus betrachtet wird. Um mehr über eine der letzten großen Revolutionen zu erfahren, ging ich in die Archive und fand düstere Bilder von der Selbstkrönung Rehza Pahlevis zum Schah und beeindruckende Bilder der Islamischen Revolution und der Rückkehr Ayatollah Khomeinis im Jahr 1979.”

Was ist von dieser Revolution geblieben? Heute, über zwanzig Jahre nach der Islamischen Revolution ist das Land auf einem unsicherem Weg in die Moderne. Immer stärker wendet sich die iranische Jugend dem Westen zu, fühlt sich nicht länger verbunden mit den Idealen der Generation ihrer Eltern. Eine Gesellschaft voller innerer Widersprüche: auf der einen Seite die Glaubensstrenge der religiösen und politischen 27 Führung, auf der anderen der Freiheitswille, vor allem der jungen Generation.