LES DEUX PIROGUES DE SALOMON

Ein alter Mann spricht davon, wie er vor langer Zeit Pirogen für den Fischfang, zum Vergnügen und für die Kriegsführung benutzte. Er beschließt, zwei Pirogen zu bauen, so wie er es von seinem Großvater gelernt hat. Man wählt die Bäume aus, schlägt zwei davon. Nimmt zwei sieben Meter lange Stämme um die Pirogen herzustellen. In Noumea wird das nötige Handwerkszeug gekauft und man beginnt mit dem Bau nach alten Modellen, die im Museum stehen.

MORUA MIZAEL

Ein alter Mann stellt kanakisches Geld her - eine Art kleiner Stäbe aus ausgewählten Materialen, die zusammengebunden werden. Eine langwierige Arbeit, die er den Jungen zu vermitteln versucht.

TCHAMBOU MAN TPA HO

Jeder Clan besitzt seine traditionellen Tänze mit Kostümen und rituellen Getränken. Eine bestimmte Anzahl von Jungen interessiert sich mehr für die ‘von den Weißen ‘gebrachte Musik, eine anderer Teil wird von den Alten in die traditionelle Musik und die Tänze eingeführt. Sie lernen dabei, die selbst hergestellten Percussions-lnstrumente und die Harmonika zu spielen.

LES VOIX DE LA CASCADE

Die Kanaken in den Bergen: hierher wurden sie vertrieben, als die Weißen kamen, ihnen ihr Land wegzunehmen. Die von den Alten bedauerte Veränderung der Einstellungen der Jungen wird als Ergebnis eines westlichen Erziehungsmodells beschrieben. Das Wissen der Alten und Toten verliert sich mehr und mehr: die Häuser zum Beispiel, nach den Plänen der Weißen errichtet, halten den Wirbelstürmen nicht stand.

THE MADEN’S PAPUA NEW GUINEA

Der Blick auf das heutige Papua Neuguinea ist bei der Familie Maden nachhaltig geprägt von persönlichen Erinnerungen. Der Vater war ein Zauberer, die Mutter eine strenggläubige Katholikin. Ihre Kinder sind Dorfbewohner, Lehrer, Filmemacher etc. Ihre kollektiven Erinnerungen schaffen ein Porträt des heutigen Papua Neuguinea aus dem Blickwinkel dreier aufeinanderfolgender Generationen; zunächst konfrontiert mit der weißen Kolonialwelt, dann mit der Unabhängigkeit ihres Landes. Die Unabhängigkeit weckte mannigfache Hoffnungen und führte zu einer großen Bandbreite von Lebensweisen. Und heute? Was ist aus ihren Hoffnungen geworden in diesem Land mit seinen umfassenden Veränderungsprozessen?

Severin Blanchet, seit 1969 gemeinsame pädagogische Projekte mit Jean Rouch. Im Rahmen des Ateliers Varan, Paris hat Blanchet ab 1981 zahlreiche Werkstattprojekte in Brasilien, Portugal, Papua Neuguinea und Neukaledonien aufgebaut.

Filme u.a. VOYAGES VOYAGES PAPOUASIE-NOUVELLE-GUINÉE (2001); AU DESSOUS DES VOLCANS (2000); L’ATALANTE EN CAMPAGNE (1999); TINPIS RUN (1990).

Stolat

Eine Gruppe von drei Filmstudenten aus Papua-Neuguinea, versuchen in ihrer Abschlußarbeit eines Kurses in Paris, das Leben alter Menschen in Frankreich zu filmen. Nachdem sie zunächst nur auf Ablehnung stoßen, finden sie dann doch endlich einen “jungen” Mann von 80 Jahren, der bereit ist, sich auf das Unterfangen einzulassen. Ohne die geringste Möglichkeit, sich verbal zu verständigen, verstehen sie es miteinander zu kommunizieren. Für die Studenten repräsentiert der alte Mann die vielleicht einzige Art alt zu werden - eine universelle Art des Altwerdens. (Festival Katalog 1989)

Sinmia

Kumain Nugia ist Anfang der 50er Jahre in Papua-Neuguinea in Hochland geboren. Sein erster Kontakt zwischen den Baruya, denen er angehört und der modernen Welt datiert Anfang der 60er Jahre. Kumain war 10 Jahre. 1969 trifft er auf den Ethnologen Maurice Godelier, der bei den Baruya arbeitet und wird dessen Informant. Godelier arbeitet mit dem Filmemacher lan Dunlop um die “Sinmia” zu filmen, jene Zeremonie, während der Kumain seine Initiation erfährt.

Während zehn Jahren arbeitet Kumain zusammen mit Maurice Godelier und den jungen Ethnologen seiner Equipe. Auf Wunsch Kumains verbringt er 1981 ein Jahr in Frankreich. Es ist sein erster Kontakt mit der westlichen Welt; er entdeckt das Kino und das Fernsehen. Nach seiner Rückkehr in sein Heimatland, entschließt er sich die eben neueröffnete Filmschule von Neuguinea zu besuchen. Die französische Gruppe “Varan” organisiert dort Ausbildungskurse, die junge Filmemacher ausbilden. Kumain realisiert so seine ersten kurzen Filme. 1984 kehrt er zu den Baruya zurück um dort einen Film zu drehen. Ein Krieg zwischen zwei Stämmen ist dort gerade ausgebrochen und Kumain läßt die Kamera beiseite und greift zu Pfeil und Bogen.

Im darauffolgenden Jahr, 16 Jahre nach lan Dunlop, entscheidet er sich die “Sinmia” selbst zu drehen. Aus Angst, daß Kumain anstatt den Film zu realisieren wieder in den Krieg zieht, gibt ihm die Filmschule keinen Tonmann. Er macht den Film also ganz allein, er macht Ton und Kamera in einem. ‘Sinmia’ ist das Initiationshaus der Baruya, einem Volk im Hochland von Papua-Neuguinea. Der Film verfolgt den gemeinsamen Bau des Sinmia durch die Bewohner aus der nahen und fernen Umgebung. Der rituelle Bau dieses Zeremonienhauses beginnt früh am Morgen. Die Männer versammeln sich am Bauplatz und jeder hat eine Stange, die ein Teil des Sinmia werden wird. Später kommen die Frauen und bringen Gras um das Dach zu decken. Wie Pfeile schnellen die Grasbüschel zu den Männern hinauf. Nach Beendigung der Zeremonien wird das Haus verbrannt. (Festival Katalog 1989)