Die Liebenden von San Fernando

Zwanzig Jahre lang begleitete der Filmemacher Peter Torbiörnsson die Lebensgeschichte von Tinoco und Ninoska, zweier einfacher Menschen in Nicaragua, die sich zu einem Paar zusammengefunden haben. Die Probleme der nicaraguanischen Gesellschaft haben auch bei ihnen ihre Spuren hinterlassen. Zurück liegt die Revolution, der ökonomischen wie sozialen Umwälzungen. Das Werk zeichnet ein liebevolles und zugleich nuanciertes Porträt dieses Landes, in dem revolutionäre Vorstellungen in den Köpfen herumschwirren, ohne zu verhindern, dass man sich die Zukunft lediglich als «amerikanischen Traum» vorstellen kann.

Die außergewöhnlich lange Zeitspanne, die dieser Film umfasst, und seine meisterhafte Montage durch den Autor begründen die hohe Qualität des Werkes. Die beiden Hauptfiguren Tinoco, der aus dem nicaraguanischen Küstengebiet stammt, und Ninoska, die in den Bergen geboren wurde, bewegen sich so natürlich auf der Leinwand, dass sie die komplexe persönliche und nationale Realität ebenso überzeugend zu veranschaulichen scheinen, wie dies zwei fiktive Figuren tun könnten. Ihr eigenes Leben wird zu einer Darstellung von Charakteren, die Geschichte ihrer materiellen Prüfungen ist eine kleine Abhandlung über das Alltagsleben in Zeiten allgemeiner Unsicherheit und ihr Widerstand gegen Ungemach und Missgeschick wird zu einer Hymne auf den Lebensmut – und die Kraft der Liebe.

Peter Torbiörnsson arbeitete mehrere Jahre als freier Korrespondent für verschiedene Zeitungen, u.a. für Dagens Nyheter, Schwedens größte Tageszeitung, bevor er begann Filme zu drehen. Filme u.a.: AFTER CHE (1971); TWO YEARS AFTER, CHILE (1975); THE CHILDREN OF SANDINO (1980); TELEPHONE 515, NICARAGUA (1986); CHIMNEYLIFE, EAST GERMANY (1990); THE CHOCOLATE OF KING HASSAN (1991); TANGO LIMA, BOSNIA (1993); THE LAST VOYAGE, FROM UGANDA AND SWEDEN (1994); AFTER THE HUNT (1998).