GUERRE SANS IMAGES

Nach dreißig Jahren Abwesenheit kehrt der algerische Filmemacher Mohammed Soudani in seine Heimat zurück. Er wird von dem Fotografen Michael von Graffenried begleitet, der seit über zehn Jahren regelmäßig nach Algerien reist, um die Menschen in ihrem vom Krieg geprägten Alltag zu fotografieren. Gemeinsam suchen sie nach den früher abgebildeten Personen, um herauszufinden, was aus ihnen geworden ist, wie sie zu ihrer Vergangenheit, aber auch zu den Fotos selbst stehen. Sie, die nichts von der Existenz dieser Fotos gewusst haben, erinnern sich an schmerzhafte Augenblicke in ihrem Leben, an die Grausamkeit des Krieges und erzählen von Ihrem Alltag im heutigen Algerien, von ihren Ängsten und Hoffnungen.

In Soudanis Film geht es letztlich um das menschliche Schicksal hinter einem Foto, aber auch um Anspruch und Grenzen visueller Bestandsaufnahme, um den Gebrauch und Missbrauch von Bildern.

Mohammed Soudani (Buch & Regie) wurde 1949 in Chlef geboren und arbeitet als unabhängiger Filmemacher in Lugano. Er arbeitete nach seinem Studium als Kameramann für das algerische Fernsehen und ab 1972 in der Schweiz. Filme u.a.: PARIS APPELLE ALGER (1988); YIRIBAKO (1990); LES DISEURS D’HISTOIRES (1998); WAALO FENDO, DA WO DIE ERDE GEFRIERT (1997) hat mehrere Preise u.a. 1998 denjenigen für den besten Schweizer Film gewonnen.

Michael von Graffenried (Buch) wurde 1957 in Bern geboren und lebt als freier Fotoautor in Paris. Die große Ausstellung ”Guerre sans images” wurde während des Mois de la Photo 1989 in Paris gezeigt. Anfang des Jahres 2000 wurde seine Algerien-Ausstellung “Fotos vom Krieg ohne Bilder” in Algier zum nationalen Ereignis. Seine Arbeiten werden auf Ausstellungen in New York, Paris, Algier und Hongkong gezeigt und in den wichtigsten Magazinen weltweit publiziert.