KUKUKUKU

In den 30er Jahren erlebte die Vorkriegsproduktion ethnographischer Filme eine Blütezeit. Blackwoods Film aus Neuguinea ist ein typisches Beispiel aus jener Zeit, das sich durch eine hervorragende Kameraführung auszeichnet. Der Film, auch bekannt unter dem Namen A STONE AGE PEOPLE IN NEW GUINEA konzentriert sich hauptsächlich auf das häusliche Leben und die materielle Kultur: Essen, Kinderhüten, das Herstellen von Netztaschen und eine eher beunruhigende Szene, in der zu Heilzwecken Schilfrohr geschluckt wird. KUKUKUKU ist ein Oberbegriff für eine Anzahl von Bevölkerungsgruppen im Hochland Neuguineas, wo Blackwood im Auftrag des Pitt Rivers Museum in Oxford neun Monate verbrachte. Die Schlußszenen des Filmes dokumentieren die Arawe auf Neubritannien.

IN THE LAND OF THE WAR CANOES

IN THE LAND OF THE WAR CANOES ist eine neue Version von Curtis’ Spielfilm IN THE LAND OF THE HEADHUNTERS, einem Doku-Drama über die Kwakiutl in British Columbia vor der Ankunft der Europäer. 1972 wurde das Material neu geschnitten und mit einem Soundtrack mit Kwakiutl Musik und Gesängen unterlegt, der in Zusammenarbeit mit Kwakiutl-Experten entstanden war.

BUSHMAN SPEAKS INTO A PHONOGRAPH

Dieser von Rudolf Poech zu Beginn des Jahrhunderts in der Kalahari-Wüste gedrehte Film ist ein früher und bemerkenswerter Versuch, Ton und Bild zusammenzubringen. Er zeigt einen »Buschmann« namens Kubi, der direkt in einen Wachszylinderphonographen spricht. Er beschreibt das Verhalten von Elephanten an einem Wasserloch. Die Sprache ist Ts-aukhoe. Erst 1984 wurden Film und Ton so synchron wie möglich zur hier gezeigten Fassung zusammengefügt.

TORRES STRAIT

Dies ist einer der frühesten Filme in der Filmgeschichte und gleichzeitig einer der ersten ethnographischen Filme, die vor Ort und nicht in einem Studio aufgenommen wurden. Haddon hat die vier kurzen Szenen 1898 auf seiner berühmten Expedition zu den Torres Strait Islands gefilmt. Sie zeigen einen Tanz der Malu-Bomai Zeremonie, einen Tanz am Strand, das Entfachen von Feuer sowie den Tanz einer zu Besuch weilenden Gruppe von australischen Aborigines. Die Qualität der Filme läßt zu wünschen übrig. Ohne die Expeditionsberichte und Haddons Veröffentlichungen, wären sie kaum zu verstehen. Ihr historischer Wert allerdings hat für die Ethnologie dieselbe Bedeutung wie die Werke der Gebrüder Lumière für die allgemeine Filmgeschichte.