AL KARAMAH - Human Dignity
Norwegen 1997 | 40 Min. | BetaSP, OmeU
»Vor zehn Jahren ging ich nach Äthiopien. Die Medien berichteten über das Land wegen der Hungersnot und dem Regime des Diktators Mengisto. Ich bin dort hingefahren, um einen Film über … mehr
In den Tälern des äthiopischen Berglandes von Siemen im Norden von Gondar lebten 1983 mehr als 30.000 Falaschen, im amharischen Volksmund heißt das so viel wie »Fremde«. Nur wenige in … mehr
Nach dem Ende des Sowjetreichs mußte Israel mit einer neuen Welle von Einwanderern fertig werden. Es war die Zeit, als die Intifada gerade ihren Höhepunkt erreicht hatte und die Autonomieverhandlungen … mehr
1981 gründeten 25 israelische Familien den Moshav Shekef, eine landwirtschaftliche Genossenschaft. Heute leben dort 40 Familien, die je zur Hälfte politisch rechts bzw. links ausgerichtet sind. Einige sind Sabras (in … mehr
Pinkas, ein 75-jähriger Landarbeiter im Moshav Rehov im Beit Sh’an Tal, wacht eines Morgens von einem Traum auf, in dem ihm seine Schwester Simha erschienen ist. Er hat sie seit … mehr
Einstmals hieß es Abu Kabbir und war ein arabisches Dorf in der Nähe von Jaffa. Heute heißt es Tel Kabbir und ist eine jener Schlafstätten Jaffas südlich von Tel Aviv, die überwiegend von aus dem Maghreb stammenden sephardischen orientalischen Juden (die man in der israelischen Umgangssprache die »Schwarzen« nennt) und palästinensischen Arabern bewohnt werden.
In diesem Viertel ist die Filmemacherin Sini Bar-David aufgewachsen, und ihr Film behandelt die Geschichte und die Rolle der Sephardim im heutigen Israel. Im Zentrum des Films stehen drei Frauen aus drei Generationen und ihr Überlebenskampf in einer zur Zeit in Stücke zerbrechenden Gesellschaft, die ihre säkularen und sozialistischen Wurzeln verliert. Einer Gesellschaft, die 50 Prozent ihrer Bevölkerung nur wegen ihrer Herkunft, ihrer Hautfarbe und ihres kulturellen Hintergrunds, sozial und wirtschaftlich marginalisiert.
Die Regisseurin schildert ihre eigenen Erinnerungen anhand der Konflikte der 15-jährigen Elinor aus Jaffa, die aber im Norden Tel Avivs in eine »weiße« Mittelklasse-Schule der Aschkenasim geht. Die Erzählungen von Sini Bar-Davids 89-jähriger Großmutter inspirierten die Regisseurin zu einer filmischen Reise nach Griechenland und Bulgarien (die europäisch-sephardischen Juden lebten vor dem 2. Weltkrieg vor allem auf dem Balkan), dort wo ihre Großmutter geboren wurde und den Holocaust überlebte. »Juden und Araber – wir sind gleichermaßen einer starken Ablehnung ausgesetzt; die Bewohner des Nordens von Tel Avivs – vor allem Aschkenasim, die aus Osteuropa stammenden Juden – schauen auf uns herab. Wir werden wegen unserer »sozialen Unterlegenheit« (orientalische Juden und Araber) und unseres wirtschaftlichen Status diskriminiert. Wie »Alice im Wunderland« ließ ich mich mit den Wellen der Phantasie zu anderen Welten hinwegtragen, Welten, die ich geschaffen hatte und die mir die Kraft gaben, mit dem Verfall des abgelehnten Jaffa meiner Kindheit und Jugend fertig zu werden. (…)« (Sini Bar-David)
Senyora (Sini) Bar-David, geboren 1963 in Jaffa, studierte 1984-86 an der Film & Television School an der Tel Aviv University. Seit 12 Jahren arbeitet sie als Cutterin und seit 1994 als Produzentin und Filmregisseurin:
BORN ON THE 13TH OF SEPTEMBER (1994)
AKKO- DREAMS BETWEEN THE WALLS (1995)
WADI SALIB 95 (1995)