DIAS DE SANTIAGO

Santiago Roman, ein 23-jähriger Soldat der peruanischen Marine, kehrt nach Jahren des Dschungelkampfes in seine Heimatstadt Lima zurück. Santiago, kriegsmüde, aber voller Hoffnungen, gehört zu einer verlorenen Generation Perus. Der sinnlose Krieg gegen Ecuador und der pausenlose Kampf gegen Terroristen und Drogenhändler haben in seinem Inneren Narben hinterlassen. Er muss rasch feststellen, dass er in seiner Heimatstadt Lima nicht willkommen ist – seine Kameraden aus der Armeezeit haben sich auf Bankraub verlegt, die eitle Clubszene ist nur ein Gewirr aus Lärm und grellen Lichtern, mögliche Arbeitgeber wollen ihn nicht einstellen, und seine Anträge auf einen Kredit werden abgewiesen. Am schlimmsten für Santiago ist aber, dass weder seine Freunde noch seine Familie ihn verstehen können. Im packenden Höhepunkt des Films verdichten sich alle seine Nöte und Schwierigkeiten, und DIAS DE SANTIAGO mündet in die Frage: Welchen Ausweg gibt es noch für einen ehemaligen Soldaten, der voller Hoffnungen nach Hause zurückkehrt, aber nur Enttäuschungen und innere Zerrissenheit erlebt?

Der junge peruanische Filmemacher Josué Méndez, der bereits mit seinen Kurzfilmen aufgefallen war, legt hier ein inhaltlich überzeugendes wie formal bestechendes Erstlingswerk vor. Er zeigt, dass das Drama eines Militärdienstes oft erst dann richtig beginnt, wenn der Dienst vorüber ist. Zwischen schwarzweißen und farbigen Szenen wechselnd betont Méndez die Paranoia und Instabilität seines Protagonisten. Es ist nicht nur ein Film über den heimkehrenden Soldaten, Méndez zeigt uns auch ein ungeschminktes Bild vom Leben in Perus Hauptstadt Lima.

Preise: International Film Festival, Switzerland; Festival Internacional de Cine Independiente, Argentina; Infinity Film Festival, Italy; Transylvania, International Film Festival, Rumania; International Film Festival, Austria; Festival International du Nouveau Cinema, Canada; International Film Festival Kerala, India; Miami International Film Festival, USA

Josué Méndez, DIAS DE SANTIAGO ist das Spielfilmdebüt des Regisseurs. Seine Kurzfilme liefen auf großen Filmfestivals wie Oberhausen, São Paulo, Tampere und MoMA New Directors/New Films. Méndez ist außerdem Cutter und Filmdozent in seiner Geburtsstadt Lima. Filme: SOLO BUENOS AMIGOS (1997); DREAMS & OTHER ADAGIOS (1998); PARELISA (1999); DIAS DE SANTIAGO (2004).

REQUECHO A THOUSAND YEARS LATER

Seit mehreren tausend Jahren leben die Urus auf schwimmenden Inseln im Titicacasee. Die Vorfahren der Inkas sind heute vom Aussterben bedroht. Ein Konflikt durchzieht ihre Gemeinschaft. Auf der einen Seite diejenigen, die näher am Ufer wohnen und hauptsächlich vom Tourismus existieren. Auf der anderen Seite die, die jeden Kontakt mit der Außenwelt vermeiden, um ganz in der Tradition der Ahnen vom Jagen, Fischen und Sammeln zu leben. Inzwischen kämpfen beide Seiten gegen den peruanischen Staat, der sie als Eigentümer ihres angestammten “Landes” nicht anerkennen will. Maria ist mit ihren hundert Jahren die älteste Bewohnerin der Inseln. Sie und einige Protagonisten beider Seiten geben einen Einblick in die derzeitige Situation der Community.

REQUECHO MIL AÑOS DESPUES wurde auf zahlreichen internationalen Festivals mit Preisen ausgezeichnet, u.a. in Lima, Havanna, Bogota, Paris, Madrid, London.

Humberto Saco
, peruanischer Filmemacher, Kameramann und Produzent. Kurzspielfime: JUGADA DE LUXE, LAPSUS, DESEOS DE NIÑO; Dokumentarfilme: CAMINO A LA ESCUELA (2004), CIERTOS VACÍOS (2005), REQUECHO MIL AÑOS DESPUES (2009).

CAMINO A LA ESCUELA

Der Film erzählt von den Strapazen, die Schüler und Lehrerin jeden Tag auf sich nehmen, 44 um im Hochland Perus in 4000 Metern Höhe zur Schule zu gehen. Täglich riskieren sie ihr Leben, um an diesem Schulsystem Teil haben zu können.