EL ABUELO CHENO Y OTRAS HISTORIAS

Der Film erinnert an »Cheno«, den Großvater des Filmemachers und Großgrundbesitzers in Jalisco, der 1923 ermordet wurde. Rulfo geht auf die Suche nach seiner Geschichte und entdeckt dabei, daß es verschiedene Versionen von Wahrheit gibt. Die Erzählungen der alten Menschen aus dieser Gegend lassen die Zeit der nachrevolutionären Aufstände gegen den feudalen Großgrundbesitz, der von der Kirche gestützt wurde, wieder aufleben. Der Film ist auch eine Hommage an eine Generation, die sich am Ende eines Jahrhunderts mit Melancholie ihrer Vergangenheit besinnt.

Juan Carlos Rulfo, 1964 in Mexiko-Stadt geboren; Studium der Kommunikationswissenschaften an der Universidad Metropolitana, danach Regiestudium am Centro de Capacitación Cinematográfica (CCC). Filme: La última noche (1989); Making of Cómo se filmó La mujer de Benjamin (1991), Hierba seca (1991); EL ABUELO CHENO Y OTRAS HISTORIAS (1995).

VIAJES - UN DIA Y UNA NOCHE POR LA CIUDAD DE MEXICO

Die Installation der Videomacherin Sarah Minter führt die ZuschauerInnen in drei parallel auf der Leinwand montierten Tagesabläufen unterschiedlicher Bewohner durch Mexiko-Stadt. Sie sind Hausangestellte, KünstlerInnen, Restaurantbesitzer und Büroangestellte; sie leben in ehemaligen Dörfern, die inzwischen am Rand der Stadt liegen, im belebten Zentrum und in Villenvierteln. Ihre Wege, Meinungen, Kommentare und Visionen, geprägt von Liebe und Haß zu Mexiko-Stadt, kreuzen, ergänzen und widersprechen sich. So entsteht ein überraschendes Kaleidoskop dieser »verrückten« Stadt und ihrer Bewohner. Das Videoband ist Teil eines multimedialen Projektes über städtische Popularkulturen »Die Stadt der Reisenden«, entworfen von einem der bekanntesten Kulturtheoretiker Lateinamerikas, Nestor García Canclini und Ana Rosas Mantecón.

Meinungen der Bewohner über ihre Stadt: Wir gehen auf das Ende zu, das wir selbst geplant haben: Die Zerstörung der Menschheit durch sich selbst / Wir befinden uns an der Schwelle des Kollapses / Du fühlst unter deinen Füßen eine Art von Bombe, die jeden Augenblick explodieren kann / Durch den Smog wird es uns bald wie den Vögeln gehen, die vom Himmel fallen und sterben / Ich denke, das Schlimmste ist, daß die Menschen eher zugrunde gehen werden als die Stadt / Meiner Meinung nach wird das Wasser knapp werden und wegen der vielen U-Bahnen wird die Stadt untergehen / Wir müssen uns um die Stadt kümmern, denn wir könnten in eine Situation kommen, in der es keine Alternative mehr gibt und das wäre der Untergang der Stadt / Es wird keine Parks mehr geben, sondern nur noch Häuser, die in sich zusammenfallen / Es heißt, im Jahr 2000 werden hier 100 Millionen Leute leben. Ich weiß nicht, wieviele wir jetzt sind, aber auf jeden Fall eine ganze Menge.

Sarah Minter, geb. 1953 in Puebla, Mexiko. 1974 -82 Graphisches Design und Standfotographie in der Werbung. 1981-85 Realisierung von Super-8 und 16mm-Filmen, sowie Kameraführung bei Kurzfilmen. Seit 1985 Realisierung von Fernsehprogrammen (Redaktion, Beleuchtung, Schnitt) und (experimentellen) Videos. Zusammenstellung von Videoreihen. 1995 Organisation einer öffentlichen Abspielstelle für unabhängige Videoarbeiten: »La Sala del Deseo«. Filme u.a.: Adagio (1980); San Frenesí (1983); El aire de Clara (1995-97). Videos u.a.: Julio Castelanos (1982); Nadie es inocente (1986); Mex-Metr (1988); Alma Punk (1991); VIAJES (1996).

ALMA EN VUELO

ALMA EN VUELO ist Teil der Serie »Los Caminos de lo Sagrado – Fiestas y Ritos Tradicionales en México« über traditionelle Feste in Mexiko. In der Sierra Tarahumara, im Norden Mexikos, feiern die Rarámuri ein Ritual voller Geheimnis und Macht: Die Zeremonie des Jíkuri. Durchgeführt von einem der angesehensten Schamanen, wird es der Seele eines Verstorbenen, die auf der Erde festhängt, mit Hilfe der heiligen Pflanze ermöglicht, zum Himmel zu fliegen. Zur gleichen Zeit werden durch sie die Seelen der neuen Teilnehmer an der Zeremonie eingebunden.

Antonio Noyola koordinierte 1991-93 die Produktion der Serie »Los Caminos de lo Sagrado – Fiestas y Ritos Tradicionales en México« über traditionelle Feste in Mexiko. Bei acht Beiträgen führte er auch Regie. 1994 realisierte er die Serie Tañido de Imágenes über Avantgarde-Musiker, sowie drei Videos über Medienerziehung. Seit 1995 arbeitet er an der Fernsehserie Memorias del Sueño über die Generation der 60er Jahre in Mexiko. Z. Zt. realisiert er ein Video über die Geschichte der Schwarzen Bevölkerung in Nueva España.

EL PUEBLO MEXICANO QUE CAMINA

»Die kultische Verehrung von Tonantzin-Guadalupe ist für Mexiko ein essentielles Thema, das seit dem 16. Jahrhundert die kulturellen und politischen Wertvorstellungen beeinflußt. Der Filme begibt sich mit Hilfe von Aussagen von Vertretern indigener Bevölkerungsgruppen, Mestizen und Chicanos (US-Bewohner mexikanischer Abstammung) auf die Spur dieses komplexen Phänomens (…)

Der Film ist Zeugnis des mexikanischen Kultes um die Jungfrau von Guadalupe, wobei die Pilger die Bewohner Mexikos allgemein und durch alle Epochen hindurch, und die Pilgerreise unsere Geschichte symbolisieren. Für mich bedeutete dieser Film buchstäblich eine neunjährige, beschwerliche Reise zum Herzen Mexikos. Ich habe versucht, den Film gleichsam wie den Spiegel des aztekischen Gottes Tezcatlipoca zu benutzen, der mehr aufdeckt als widerspiegelt. Es gibt keine aristotelische Struktur, sie ist vielmehr prähispanisch inspiriert. Der Film besteht aus zwei Teilen, die sich in Form und Inhalt unter-scheiden, ganz im Sinne der Mesoamerika eigenen dualen Weltvorstellung. Ich sehe den Film als Versuch, einige Dinge zu erklären, die trotz ihrer Vertrautheit und Nähe paradoxerweise schwierig zu erkennen sind: Die Beziehung zwischen unserer Geschichte und dem kollektiven Unbewußten, möglicherweise unserer Identität und der Quelle unserer Hoffnung auf ein unabhängigeres und gerechteres Mexiko.« (Juan F. Urrusti)

Juan Francisco Urrusti, geboren 1954 in Mexiko-Stadt. Filmstudium an der London International Film School. Seit 1991 leitender Dokumentarfilmdozent an der Filmschule Centro de Capacitación Cinematográfica (CCC) in Mexiko-Stadt. Im Mittelpunkt seines Filmschaffens stehen die indigenen Kulturen Mexikos, insbesondere die Heilkunde und magisch-religiöse Denkvorstellungen. In seinen neueren Filmen interessiert er sich allerdings mehr für den Synkretismus, das Zusammenwirken der verschiedenen Kulturen. Die meisten Filme wurden mit dem Instituto Nacional Indigenista (INI) produziert. Eigene Filme seit 1977 u.a.: Brujos y Curandereros (1981); MARAACAME: CANTADOR Y CURANDERO (1982); Piowachuwe, la vieja que arde (1987; zus. mit Ana Pinó Sandoval); Encuentros de Medicina Maya (1988); Señor de Otitlán (1990); A Cruz y Espada (1992); TEPÚ (1994/95); EL PUEBLO MEXICANO QUE CAMINA (1996).

TEPÚ

Wie sieht ein Huichol-Shamane die gigantische Metropole Mexiko Stadt, in der Millionen von Mestizen leben? Der Filmemacher konfrontiert auf einer gemeinsamen Reise durch die Stadt seine eigenen Ansichten mit denen Tepús. Während Tepú seine Weisheit in seinen Träumen findet, die er als göttliche Verlautbarungen empfindet, ist für Urrusti das Filmemachen eine Art zu träumen.

»Die indigene Bevölkerung ist nach wie vor kaum präsent im mexikanischen Kino. Und das, obwohl der sechste Teil der mexikanischen Bevölkerung indianisch ist, obwohl sich das Bewußtsein des Landes durch den Aufstand von Chiapas Anfang 1994 veränderte. Die meisten Leute glauben, daß uns die Indios mit ihrer uralten Weisheit nichts lehren könnten. Mit diesem Film wollten wir ihnen zeigen, wie sehr sie sich irren. Wir wählten als Protagonisten deshalb wieder den alten Huichol-Schamanen Don Agustin Montoya de la Cruz, genannt Tepú, mit dem wir schon dreizehn Jahre früher gedreht hatten (MARAACAME).« J.F. Urrusti

MARAACAME - CANTADOR Y CURANDERO

Im Mittelpunkt steht Agustín Montoya de la Cruz, genannt Tepú, in der Sprache der Huichol Mara ‘Acame. Er ist als Heiler, Sänger und Traumdeuter bekannt. Er spielt als Weiser eine führende Rolle in seiner Gemeinschaft, die er leitet, schützt und gesund erhält.

TESHUINADA - SEMANA SANTA TARAHUMARA

Die Rarámuri oder Tarahumaras leben in den Bergen im Südwesten bzw. Norden der Bundesstaaten Chihuahua und Durango. Sie stellen mit ungefähr 30.000 Menschen die größte Gruppe innerhalb der indigenen Bevölkerung Mexikos dar. Die Rarámuri leben vom Ackerbau, der Weidewirtschaft, der Jagd und dem Sammeln. Ihre Lebensweise ist geprägt vom periodisch wiederkehrenden Wechsel des Aufenthaltsortes. Im Winter ziehen sie sich in Häuser und in tief in die Hänge eingeschnittene Höhlen zurück. Auf diese Weise verändern sich die sozialen Zusammenhänge je nach der Jahreszeit. Zu Beginn des Frühlings kehren die Familien in die Höhen der Sierra zurück. Dieses Ereignis wird mit den Teshuinadas gefeiert, eine Verbindung religiöser Elemente mit solchen der sozialen Organisation zu Beginn des Agrarzyklus. Der Film wurde während der Osterwoche 1979 in Munérachi, Gemeinde Batopilas, in Chihuahua gedreht. (Text des Filmvorspanns)

»Es war nicht einfach, meinen eigenen Stil zu entwickeln. Ich war zunächst versucht, konventionelle Dokumentarfilme mit einer Erzählstimme zu drehen, bis ich zu einer Form ohne begleitenden Kommentar fand. Es ist wichtiger, eine Erfahrung erleben zu lassen, als sie zu erzählen. In allen meinen Dokumentarfilmen ist es mir wichtig, die Dinge für sich selbst sprechen zu lassen, sogar in den Textpassagen. Guillermo Sheridan war eine große Stütze in vielen meiner Filme. In TESHUINADA schuf er einen sehr schönen Text. Aber es gibt auch Momente ohne Erzählstimme. Die schönste Szene ist meiner Meinung nach die eines sehr häuslichen Rituals, vor der Zeremonie, die den bösen Geistern gewidmet ist, damit diese verschwinden und nicht während der Teshuinada stören. Ich beziehe mich auf die Szene, in der ein Schamane an einem Tisch sitzt, geschmückt mit den Innereien eines Ziegenbocks. » (N. Echevarría)

Nicolás Echevarría, geb. 1947 in Tepic Nayarit, Mexiko, 1969 Musikstudium am Konservatorium und in der Kompositionswerkstatt von Carlos Chavez. 1970 zusammen mit Mario Lavista Gründung der Improvisations-gruppe »Quanta«, die versucht, die Möglichkeiten der Elektro-Akustik und der praktischen Interpretation auszuprobieren. 1972 Filmerfahrungen im »Millenium Film Workshop« in New York. Seit 1974 dreht Echevarría Dokumentarfilme, in denen es um religiöse, künstlerische und kulturelle Ausdrucksformen des indigenen Mexikos geht. Mit Cabeza de Vaca (Berlinale 1991) realisierte er seinen ersten Spiefilm. Filme: Judea (1974); Los conventos franciscanos en el antiguo señorío Teochichimeca (1976); Hikuri Tame (1977); Flor y Canto (1978); Maria Sabina (1979); TESHUINADA (1979); POETAS CAMPESINOS (1980); NIÑO FIDENCIO, EL TAUMATURGO DE ESPINAZO (1981); Cabeza de Vaca (1991); La Pasión de Iztapalapa (1995); La Cristiada-Testimonìos de una epopeya (1996).

POETAS CAMPESINOS

Dieser Dokumentarfilm wurde in San Felipe Otlaltepec, im Gebiet der Mixteken im Süden des Bundesstaates Puebla gedreht. Es geht um die höchst interessante künstlerische Tradition dieser Menschen. Sie sind Bauern und gehören zur indigenen Gruppe der Papoloca, die ihren eigenen Dialekt bis heute bewahrt haben. (Text des Filmvorspanns)

»1974 war ich an einem sehr schönen Projekt der Kinemathek beteiligt. Drei Lastwagen wurden mit Leinwänden und 16mm-Projektoren ausgestattet, von denen einer von mir betreut wurde. Es ging darum, Klassiker des mexikanischen Kinos in weit abgelegenen Orten zu zeigen, in denen die Leute noch niemals einen Film gesehen hatten. Es waren sehr gute Autos, mit denen wir überall hinkamen. Ich fuhr in die Region Puebla. In einer sehr trockenen und armen Gegend im Süden, im Dorf San Felipe Otlaltepec blieb ich über Mittag und schlief schließlich bis zum Abend. Ich lag in dem Wagen und auf einmal weckte mich in diesem Nichts eine Ouvertüre von Verdi: Die Macht des Schicksals. Ich dachte, ich träumte, das könne doch gar nicht sein. Ich tippte auf eine Schallplatte. Ich ging hinaus und sah eine Gruppe von Bauern, die vom Blatt spielten, an einem Ort, wo nicht einmal spanisch gesprochen wird. Ein Platz war mit Fackeln beleuchtet, auf dem sich Trapezkünstler bewegten und ein Clown Gedichte aufsagte.

Diese Erfahrung hat mich so sehr beeindruckt, daß ich seit dieser Zeit versuchte, alle möglichen Leute zu überzeugen, daß man mit diesen Persönlichkeiten einen Film drehen müßte. Fünf Jahre später kam ich schließlich mit einem Auftrag des ‘Centro de Cortometraje« zurück. Ich mußte zu meinem großen Bedauern feststellen, daß nur noch die Musikgruppe existierte. Der Zirkus hatte sich aufgelöst. Die Leute kamen nicht aus demselben Dorf. Ich suchte einen nach dem anderen, in sämtlichen Dörfern der Umgebung. Ich kannte keinen Namen und konnte nur immer auf die Beschreibung zurückgreifen: Der Clown mit seinem Heft, die kleinen Seiltänzerinnen, der Zwerg als Teufel verkleidet. Ein großes Problem war, daß keiner mehr etwas mit dem anderen zu tun haben wollte, sie waren total zerstritten: »Mit dem arbeite ich nicht, dieser Clown ist ein A…« Ich filmte sie also getrennt und setzte dann im Film einen Zirkus zusammen, der so nicht mehr existierte. Der Clown akzeptierte zwar, mit der Musikgruppe zu arbeiten, aber nicht mit der Trapezgruppe La Marona. Don Narciso, der Dichter, ist eine der unglaublichsten Persönlichkeiten, die ich kennengelernt habe. Ich bedauere es heute sehr, daß ich sein Gedichtheft nicht angenommen habe, obwohl er es mir angeboten hat. Es tat mir so leid für ihn und so sagte ich: »Das müssen Sie doch behalten«; sicher ist es inzwischen verloren gegangen. Es waren Seiten über Seiten mit Sätzen und Reden von ihm und anderen Clowns. La Maroma geht auf die Tradition der Wanderzirkusse aus der Mitte des letzten Jahrhunderts zurück, die von Almosen lebten. Dies ist eine weitere Sache, deren Ende ich erlebte. Es hat einen ganz speziellen Reiz, dieses Gerüst der La Maroma zu sehen. Der Film gehört neben Niño Fidencio zu meinen besten Arbeiten.« (N. Echevarría)

EL NIÑO FIDENCIO, TAUMA-TURGO DE ESPINAZO

José Fidencio de Jesús Sintora Constantino (1898-1938) widmete einen großen Teil seines Lebens den Kranken, die über viele Jahre hinweg in der Hoffnung auf Linderung ihrer Leiden zu Tausenden zu ihm kamen. Von 1921 bis zu seinem Tod 1938 wirkte er als Wunderheiler in der kleinen Ortschaft Espinazo im Bundesstaat Nueva León, einer wüstenartigen Region im Norden Mexikos. Er arbeitete mit unterschiedlichen und sehr unorthodoxen Heilmethoden. So führte er chirurgische Eingriffe mit einer Glasscherbe als Messer durch, behandelte geistig Behinderte mit Wasserkuren und benutzte die Schaukel bei der Therapie von Lähmungen und Stummheit. Ihm wurden paranormale, telepathische und seherische Fähigkeiten zugesprochen.

Der Dokumentarfilm wurde im Oktober 1980 und März 1981 bei den Feierlichkeiten aus Anlaß seines Geburts- und Todestages gedreht. Jahr für Jahr strömen seinen Anhänger aus ganz Mexiko und den USA nach Espinazo. Sie kommen auf Knien oder schieben sich auf dem Rücken zu den Stätten, an denen Fidencio lebte, litt und Wunder wirkte. Ihrer Überzeugung nach heilt der Geist Niño Fidencios auch heute noch und zwar durch Frauen und Männer, sogenannte cajitas und cajones, in deren Körper er fährt. Geführt und geleitet vom Geist des Niño, baden diese Vermittlerpersonen in Trance die Kranken in dem heiligen Becken, in dem Niño Fidencio früher die Geisteskranken behandelte. Der Film beobachtet die rituellen Heilungen, läßt Menschen zu Wort kommen, die Niño Fidencio noch erlebt haben und zeigt ihn selbst in Archivaufnahmen.

PAULINA

Paulina Cruz Suarez, heute um die Fünfzig, arbeitet seit ihrem fünfzehnten Lebensjahr als Haushälterin in Mexiko City. Sie erzählt von ihren Pflichten und Kochkünsten, bis aus der Fülle der Bilder die andere Paulina – Paulina, das vergewaltigte und verstoßene Mädchen – auftaucht. Vicky Funari bezeichnet PAULINA als »non-fiction feature film«. Sie vermischt Dokumentaraufnahmen mit Spielfilmsequenzen und verwebt Vergangenheit und Gegenwart. Dabei entsteht das fesselnde Portrait einer Frau, die alles aufgab, um ihr weiteres Schicksal mitzubestimmen. Die Filmemacherin verbrachte einen Teil ihrer Kindheit in Mexiko, wo Paulina Haushälterin in ihrer Familie war. Die Filmidee zu PAULINA entstand nach einem Wiedersehen mit der Protagonistin.

Vicky Funari ist eine Film- und Videomacherin, deren Filmschaffen sich auf Frauenthemen und Fragen der ‚cultural and gender identity’ konzentriert.

Seit 1985 arbeitete sie als Kamerafrau und Cutterin in mehreren Filmen; seit 1995 macht sie eigene Filme. SKIN-ES-THE-SI-A (1995)