The Trobriands - Islands of Women

Die Trobriand-Inseln sind bekannt für ihr einzigartiges mutterrechtliches Verwandtschaftssystem. Im Juli eines jeden Jahres findet die ‘Gogebilla’-Zeremonie statt, bei der die Landbesitzer ihre Ernte den Schwestern und anderen weiblichen Verwandten bringen. “Auch im Stammesleben ist die Stellung der Frau sehr hoch. Sie nehmen in der Regel zwar nicht an den Beratungen der Männer teil, setzen aber in vielen Angelegenheiten ihren Willen durch und beherrschen einzelne Teile des Stammeslebens. Sie kümmern sich auch um bestimmte Etappen in der großen zeremoniellen Verteilung der Nahrungsmittel.” (Malinowski) Neben der mutterrechtlichen Sozialstruktur wird in diesem Film (nicht ohne den westlichen, exotisierenden Blick) auch das Sexualleben der Trobriander angesprochen: “Keuschheit ist unter diesen Eingeborenen eine unbekannte Tugend. In einem unglaublich frühen Alter werden sie in das Sexualleben eingeführt, und viele der unschuldig wirkenden Spiele der Kindheit sind nicht so harmlos, wie sie er scheinen…” (Malinowski) (Festival Katalog 1989)

Kula - Argonauts of the Western Pacific

Am 20. April 1971 setzte eine Kula-Expedition unter der Leitung von Tokovatarya die Segel und trat die lange Reise von dem Dorf Sinaketa zur Fergusson-Insel an. Magische Rituale werden vor der Abfahrt durchgeführt. Weinende Frauen versammeln sich am Strand, während die Schiffe in See stechen. Die Schiffe steuern zuerst die Amphlett-Insel an, der ersten Etappe ihrer Expedition. Als sie auf Amphlett ankommen, müssen sie feststellen, daß die dortigen Kula-Partner selbst auf einer Expedition sind, die wichtigen Armreifen mit sich führend. Daraufhin sendet die Expedition ein paar Männer auf den Weg, nach den Tauschpartnern zu suchen. Am Ende finden sie die Tauschpartner und die hitzigen Verhandlungen um Armreifen und Halsketten können beginnen.

Das Handelssystem des Kula unterscheidet sich in vielerlei Hinsicht von den gewohnten Formen des Austausches in Ozeanien. Es beruht primär auf der Zirkulation zweier Gegenstände von hohem Wert, aber ohne wirklichen Nutzen. Hierbei handelt es sich um Armreifen aus der Schale von ‘conus malepunctatus’ und um Halsketten aus roten Muschelscheiben, die beide als Schmuckgegenstände hergestellt, aber selbst dazu kaum jemals verwendet werden. Diese beiden Gegenstände kreisen auf einer Kreisbahn, die viele Meilen umfaßt und eine große Zahl von Inseln einschließt. Auf dieser Umlaufbahn reisen die Halsketten im Uhrzeigersinn und die Armreifen in gegenläufiger Richtung. Beide Gegenstände bleiben niemals für längere Zeit in der Hand eines bestimmten Eigentümers; sie sind ständig in Bewegung, treffen einander immer wieder und werden ausgetauscht.” (Malinowski)
(Festival Katalog 1989)

Celso und Cora

Der Film beschreibt das Leben eines jungen Paares, Celso und Cora, das mit seinen zwei Kindern in Manila lebt und seinen Lebensunterhalt durch den Verkauf von Zigaretten vor einem Hotel verdient. Kildea folgt Celsos und Coras Leben über einen Zeitraum von drei Monaten. Er setzt ihre Geschichte aus Detailbeobachtungen zusammen, wobei es ihm ohne Kommentar gelingt, eine filmische Struktur aufzubauen, die der einer dramatischen Erzählung entspricht. Der Film verzichtet auf die übliche Art der Montage. Stattdessen nutzt er die Technik der langen Einstellungen. Wie im fiktionalen Film, kommt dem gesprochenen Wort eine große Bedeutung zu. Dabei verlässt sich der Film gleichermaßen auf Gespräche vor der und für die Kamera wie auf beobachtete Diskussionen zwischen den Hauptpersonen den Angehörigen und Menschen, mit denen sie täglich zu tun haben. (Festival Katalog 1985)

Hinoki Farm

Jeder Morgen beginnt mit einer umfangreichen Gesichtsmassage. Mit Sorgfalt und Routine widmet sich Herr Hinoki dieser intensiven Selbstpraxis, bevor sein Tag auf der Hinoki Farm beginnt. Zusammen mit seiner Frau hat er nach seiner Pensionierung vor 15 Jahren die Hektik Tokios hinter sich gelassen, um ein neues Leben in der ländlichen Gebirgsregion auf der Insel Kyushu im Süden Japans zu beginnen. HINOKI FARM erzählt von ihrem alternativen Leben im Alter, der Arbeit auf den Feldern und den einfachen Dingen des Alltags. Die rhythmischen Bewegungen, die einfachen Abläufe und die fließende Kameraführung wirken nahezu kathartisch auf das Publikum.