Naua Huni

Die Amazonasindianer Huni Kuin, die noch nie einen Film gesehen hatten, konfrontieren sich hier mit Filmbildern aus dem Ruhrgebiet der Heimat der Autorin. Diese wurde zu einem mächtigen Auslöser, uns ihr Bild vom weißen Mann zu vermitteln. Andererseits tauchen durch die Kommentare wichtige Fragen an das Medium Film auf, nicht zuletzt die immer neue Frage nach dem Realitätsbezug von Filmbildern. Die Huni Kuin bringen eine überraschende Dimension in die Diskussion, wenn sie eine Parallele zwischen Filmbildern und Drogenvisionen ziehen: “Wenn wir Drogen nehmen erbrechen wir die übermächtigen Bilder. Das ist mit Filmbildern nicht möglich. Deshalb machen sie krank…” (Festival Katalog 1985)

Seit Kape dem Krokodil… Geschichte auf indianisch

Dieser Film wurde In dem Kashinawa-Dorf Balta an der peruanisch-brasilianischen Grenze gedreht. Die Kashinawa haben seit jeher Tauschkontakte mit den Weißen, ziehen es aber bewusst vor, sich in großer Distanz zu halten, um ihre traditionellen Lebensbedingungen zu bewahren. Sie tauschen Felle, die für ihre Wirtschaft keine Rolle spielen, gegen Kleidung, Äxte und Macheten. Andere Objekte, die sie in Abhängigkeit bringen würden, lehnen sie ab.

Nach der definitiven Spaltung der Menschheit in Weiße und Indianer, so erklärt der Mythos von “Kape dem Krokodil”, sind die Weißen die Herren des Metalls geworden und die Indianer, denen das Metall zur Herstellung brauchbarer Werkzeuge fehlt, sind von seinem Glanz geblendet. Diese Faszination führt die Kashinawa dazu, in zyklischer Wiederholung ein friedliches Zusammenleben mit den Weißen zu versuchen. Aber jedes Mal scheitert der Versuch und endet damit, dass die Kashinawa die Weißen umbringen, um sich dann für einige Jahrzehnte in den tiefsten Urwald zurückzuziehen… bis ein neuer Versuch lockt… (Festival Katalog 1985)