The charcoal people

In den abgeholzten Ebenen Zentralbrasiliens, in denen einmal Eukalyptusbäume wuchsen, sehen die runden Holzkohleöfen wie Iglus aus. Aber anstatt die Menschen vor der Kälte zu schützen, ist ihre Wärme zerstörend. In OS CARVOEIROS erzählt der britische Regisseur Nigel Noble von den Arbeitern, die ihren Lebensunterhalt durch das Abholzen der Bäume verdienen, die Öfen bauen und das Holz verkohlen. Die Holzkohle wird in amerikanischen Stahlfabriken bei der Stahlherstellung verarbeitet, um später in der Fahrzeug und Bauindustrie Verwendung zu finden. 60 000 Brasilianer sind in der Holzkohleindustrie beschäftigt. Sie führen ein Nomadenleben und wandern auf der Suche nach Arbeit quer durch ganz Brasilien von einem Waldgebiet zum nächsten. Sie können weder schreiben noch lesen, da sie seit ihrer Kindheit in der Holzkohleindustrie gearbeitet haben. Ihre eigenen Kinder sind zum gleichen aussichtslosen Leben verdammt, da es weder Geld noch die Möglichkeit zur Bildung gibt. Geschädigte Rücken, angegriffene Lungen und tief zerfurchte, geschwärzte Gesichter sind das Ergebnis.

Der Regisseur Nigel Noble wurde zu OS CARVOEIROS durch die Fotografien von Marcos Prado inspiriert, die dieser von den ‘Holzkohlemenschen’ gemacht hatte. Der ruhige, erzählende Stil, die warmen Farben der baumlosen Landschaft und die melancholische Musik von João Nabuco verdichten sich zu einem traurigen, visuellen Gedicht über die von einem grausamen Schicksal Geschlagenen.

Nigel Noble, Filme u.a.: CLOSE HARMONY 1981; OLYMPIC DREAMERS 1983; VOICES OF SARAFINA (1989); SHOOT THE CLOCK (1997).