My English Cousin

Fahed möchte sein Leben verändern. Fast zwanzig Jahre ist es her, seit er Algerien verließ. Damals kam er voller Hoffnungen in Grimsby an, einer britischen Hafenstadt, die ihre florierenden Zeiten längst hinter sich hatte. Sein Traum von Wohlstand verflüchtigte sich. Um finanziell zu überleben, geht er heute in einer 50-Stunden-Woche zwei Jobs nach. Zwar besitzt er inzwischen eine Aufenthaltsgenehmigung und lebt gut integriert in einer Arbeiter-WG, doch nun, in der Mitte seines Lebens, zieht es ihn zurück in die algerische Heimat. Um näher bei seiner Mutter zu sein. Und er hat Heiratspläne! Doch wird es Fahed gelingen, sich nach so langer Abwesenheit wieder in Algerien einzuleben und seine Rolle zu finden? Seine Familie glaubt ihm die Rückkehrabsichten nicht so recht und neckt ihn, weil die Verlobung ein Mysterium bleibt. Wahrscheinlich habe er sich bereits zu sehr an die britische Mentalität gewöhnt, vermutet seine Tante.

Wo ist nun Faheds Heimat? Unvoreingenommen und mit humorvollem Blick für Details begleitet Karim Sayad seinen wortkargen Cousin bei dessen unentschlossenem Hin und Her. Ein Film über persönliche und nicht zuletzt auch gesellschaftliche Wendepunkte, denn im Hintergrund bewegen sich die beiden Länder England und Algerien auf politische Umwälzungen zu. (Annina Wettstein)

Karim Sayad, geb. 1984 in Lausanne als Sohn eines Algeriers und einer Schweizerin. Nach einem Studium der Internationalen Beziehungen wird er Dokumentarfilmer. Sein erster Kurzfilm BABOR CASANOVA (2016) erzielte Preise auf mehreren internationalen Festivals. Es folgte das Langfilmdebüt OF SHEEP AND MEN (2017) über die Schafbockzucht von jungen arbeitslosen Männern in Algiers.

Regie: Karim Sayad
Kamera: Patrick Tresch
Montage: Naïma Bachiri
Ton: Miguel A. Dias
Produktion: Close Up Films
Verleih: Filmotor, Prag michaela@filmotor.com