The War Show

Andreas Dalsgaard, Obaidah Zytoon
Finnland, Syrien 2016 | 104 Min. | OmeU
Mi, 24.05.2017 10:00
Do, 25.05.2017 18:00
Zu Gast: Andreas Dalsgaard via Skype

Obaidah Zytoon legt in ihrer Live-Radio-Sendung den Sound zur syrischen Revolution auf. So beginnt im März 2011 ihre persönliche Reise ins Ungewisse, voller Hoffnung und mit ungebremster Energie. Als Erzählerin macht sie uns mit ihren Freunden bekannt: neugierige, coole Leute aus Akademiker- und Künstlerkreisen, die gern am Strand feiern oder gemeinsam kiffen. Sie träumen von einem freien Leben und sind bereit, einen hohen Preis dafür zu zahlen. Zusammen gehen sie auf die Straße und filmen die Proteste. Sie produzieren, wovon sie glauben, dass es das Regime am meisten fürchtet: Bilder. Doch die Aufbruchstimmung des Arabischen Frühlings hält nicht lange. Immer öfter, bemerkt Obaidah, finden Kämpfe auch für die Kamera statt und gleichzeitig ist der Krieg auf brutale Weise real.
In sieben Kapiteln dokumentiert Obaidah die Dynamik des Krieges: von „Revolution“ bis „Extremismus“. Auf den Arabischen Frühling folgt die brutale Reaktion des Regimes, die Militarisierung des Protestes, die Inhaftierung der Freunde. Ihre persönliche Erzählung rückt alles in eine Perspektive. Aus über 400 Stunden Material haben Obaidah Zytoon und der dänische Regisseur Andreas Dalsgaard diese Geschichte geformt, die uns die alltägliche Realität des Krieges vor Augen führt. THE WAR SHOW galt als der wichtigste Beitrag zum Krieg in Syrien auf dem Filmfest Venedig 2016. (Lars Meyer, ms)

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Obaidah Zytoon geb. 1976 in Zabadani, Syrien. Sie studierte Englische Literatur an der Universität Damaskus. 2008 entstand ihr erster Dokumentarfilm THROUGH WOMEN’S EYES. Sie ist Mitbegründerin des Syrian Artist-Activist Collective Waw Al-Wasel, das Multimedia Art und Kurzfilme zum Syrienkonflikt produziert. THE WAR SHOW ist ihre erste Regiearbeit.

Andreas Dalsgaard geb. 1980 in Dänemark, studierte Anthropologie an der Aarhus University und in Paris, dann Filmregie an der Danish National Film School. Mitbegründer der Produktionsfirma Elk Film, schreibt und inszeniert für Theater, Film und TV. Seine Dokumentarfilme wurden auf internationalen Festivals gezeigt und mit Preisen ausgezeichnet. Filme u.a.: AFGHAN MUSCLES (2007, AFI Grand Prix; World Best Graduation Film, Copenhagen), BOGOTA CHANGE (2009), THE HUMAN SCALE (2012, Al Jazeera Audience Award), LIFE IS SACRED (2015).