Sinmia

Kumain Nugia
Papua-Neuguinea 1985 | Video
Zu Gast: Séverin Blanchet

Kumain Nugia ist Anfang der 50er Jahre in Papua-Neuguinea in Hochland geboren. Sein erster Kontakt zwischen den Baruya, denen er angehört und der modernen Welt datiert Anfang der 60er Jahre. Kumain war 10 Jahre. 1969 trifft er auf den Ethnologen Maurice Godelier, der bei den Baruya arbeitet und wird dessen Informant. Godelier arbeitet mit dem Filmemacher lan Dunlop um die “Sinmia” zu filmen, jene Zeremonie, während der Kumain seine Initiation erfährt.

Während zehn Jahren arbeitet Kumain zusammen mit Maurice Godelier und den jungen Ethnologen seiner Equipe. Auf Wunsch Kumains verbringt er 1981 ein Jahr in Frankreich. Es ist sein erster Kontakt mit der westlichen Welt; er entdeckt das Kino und das Fernsehen. Nach seiner Rückkehr in sein Heimatland, entschließt er sich die eben neueröffnete Filmschule von Neuguinea zu besuchen. Die französische Gruppe “Varan” organisiert dort Ausbildungskurse, die junge Filmemacher ausbilden. Kumain realisiert so seine ersten kurzen Filme. 1984 kehrt er zu den Baruya zurück um dort einen Film zu drehen. Ein Krieg zwischen zwei Stämmen ist dort gerade ausgebrochen und Kumain läßt die Kamera beiseite und greift zu Pfeil und Bogen.

Im darauffolgenden Jahr, 16 Jahre nach lan Dunlop, entscheidet er sich die “Sinmia” selbst zu drehen. Aus Angst, daß Kumain anstatt den Film zu realisieren wieder in den Krieg zieht, gibt ihm die Filmschule keinen Tonmann. Er macht den Film also ganz allein, er macht Ton und Kamera in einem. ‘Sinmia’ ist das Initiationshaus der Baruya, einem Volk im Hochland von Papua-Neuguinea. Der Film verfolgt den gemeinsamen Bau des Sinmia durch die Bewohner aus der nahen und fernen Umgebung. Der rituelle Bau dieses Zeremonienhauses beginnt früh am Morgen. Die Männer versammeln sich am Bauplatz und jeder hat eine Stange, die ein Teil des Sinmia werden wird. Später kommen die Frauen und bringen Gras um das Dach zu decken. Wie Pfeile schnellen die Grasbüschel zu den Männern hinauf. Nach Beendigung der Zeremonien wird das Haus verbrannt. (Festival Katalog 1989)