Moi un Noir

Ich ein Schwarzer

Jean Rouch
Frankreich 1957 | 80 Min. | frz. OF

Das Leben afrikanischer Arbeiter in der Vorstadt von Abidjan, Treichville, während der Woche und am Wochenende. Die drei jungen Männer kommen aus Niger und agieren unter den Namen berühmter Filmstars.

Rouchs erster Langfilm, zugleich sein erster Versuch, Fiktion und Realität zu vermischen, wie er sagte. Thematisch besonders LES MAHRES FOUS und JAGUAR verwandt: Immigration in die Küstenstädte, Kolonisierte und Kolonialisten, Proletarisierung in den Städten. Die Charaktere spielen nicht nur vor der Kamera, sie leben bereits ein fiktionales Leben in Treichville, das sich von der Realität in ihren Heimatdörfern stark unterscheidet. Die Übernahme von Filmstarnamen -und -rollen wird als ein Weg gesehen, mit dem Stadtleben fertigzuwerden. Rouch: “Ich zögerte nicht, die Dimensionen des Imaginären, des Unwirklichen einzuführen - wenn eine Figur träumt, er würde boxen, so boxt er… das ganze Problem besteht darin, dem Betrachter eine gewisse Ernsthaftigkeit zu bewahren, nie die Tatsache zu verbergen zu suchen, daß dies ein Film ist…” (aus: Die Fremden sehen, Trickster München) (Festival Katalog 1987)