DAS YIRRKALA FILMPROJEKT

1970 begann Ian Dunlop mit einem Langzeit-Filmprojekt zusammen mit den Yolngu (oder Aborigines) von Yirrkala für Film Australia. Yirrkala ist eine Yolngu Stadt auf der Gove Halbinsel im Nordosten Arnhemlands am äußersten Ende des Northern Terrritory. Sie wurde 1935 als Missionsstation von Methodisten gegründet.

22 Filme (alle auf Video) wurden produziert. Sie dokumentieren diverse Aspekte des Yolngu-Lebens. Jeder kann für sich stehen und ist gleichzeitig Teil eines reichen, in sich verflochtenen Mosaiks von Menschen und Themen.

Yirrkalas Isolation wurde in den späten 60er und frühen 70er Jahren durchbrochen, als auf der Gove Halbinsel mit dem Abbau von Bauxit im Tagebau begonnen wurde. Mit dem Bergwerk kamen eine Aluminiumfabrik und die Bergbaustadt Nhulunbuy. Der Einfluß von Bergwerk und Stadt auf die Yolngu ist ein zentrales Thema. Die komplexen Beziehungen zwischen Individuen und ihren Clans, Ritualen, Kunst und Land sind weitere verbindende Themen vieler Filme. Einige der wichtigsten Zeremonien werden dokumentiert. Die große Bedeutung von Landbesitz ist allgegenwärtig. Das YIRRKALA FILM PROJECT ist ein ‘Film Australia National Interest Program’, produziert in Zusammenarbeit mit dem ‘Australian Institute of Aboriginal and Torres Strait Islands Studies’.

PEOPLE OF THE AUSTRALIAN WESTERN DESERT SERIES

Diese wichtige Serie ist das Ergebnis einer 1965 vom ‘Australian Institute for Aboriginal Studies’ unterstützten Filmexpedition in die ‘Western Desert’, einer mehr als eine Million Quadratkilometer umfassenden, kulturell und linguistisch zusammenhängenden Region und urzeitliches Siedlungsgebiet der nomadisierenden Aborigines. Ziel der Expedition war es, die untergehende Kultur und Lebensform der Aborigines filmisch zu dokumentieren. Das Ergebnis sind mehr als 7500 Meter schwarz-weißes Filmmaterial, das in zehn Filmen von zusammen ca. drei Stunden Dauer geschnitten wurde. Sie dokumentieren das Leben von Diagamara und seiner Familie.
Wir zeigen ein Beispiel aus dieser Serie.

AS FAR AS MAKÓ FROM JERUSALEM

Diese achtteilige Serie (1988-1996) geht dem Leben einer jüdischen Gemeinschaft aus Makó nach. Makó ist eine kleine Stadt im Süden Ungarns und gleichzeitig die Heimatstadt des Filmemachers. Nur wenige Gemeindemitglieder leben noch in Makó, die Mehrzahl ist nach Israel, nach England und in die Vereinigten Staaten ausgewandert und hat sich dort niedergelassen. Der Titel der Serie ist einer alten ungarischen Redewendung entnommen und besagt, daß etwas weiter weg sein kann, als man denkt. Sie deutet auf die Fragestellungen der Filme hin: Ist Makó weiter entfernt von Jerusalem als Jerusalem von Makó? Ist es möglich, eine neue Heimat zu finden und gleichzeitig die alte Identität zu behalten? Schauen die Juden aus Makó im Ausland noch immer zurück nach Ungarn oder ist es ihnen gelungen, ein neues Leben zu beginnen?

János Tari ist Ethnologe und Filmemacher. Er arbeitet im Filmstudio des ethnographischen Museums in Budapest und ist dort für die audiovisuellen Aspekte der Ausstellungen zuständig. Außerdem arbeitet er als Dokumentarfilmer.