Chronik der Indianer aus dem Nordosten von Quebec
(Ntesi Nana Shepen)

(Teil I und II)

Arthur Lamothe
Kanada 1974-76 | 63 u. 68 Min.

Reichtum und Vielfalt der Mitteilungen und Beobachtungen ist das was die Filme von Lamothe ausmacht. Seit 1974 arbeitet er nun schon an der Serie CHRONIQUE DES INDIENS DU NORD-EST DU QUEBEC. Das Gesamtprojekt ist etwa zwanzig Stunden lang. Lamothe stützt sich auf die Erzählungen und den Erzählgestus der Indianer, vor allem von Marcel Jourdain und seiner Familie, aber er ist auch ein genauer Beobachter. Mit einer Geduld, die dem indianischen Lebensgefühl nahekommt, zeigt er alltägliche Beschäftigungen: Wie Marcel Joudain seinem Neffen das Aufstellen einer Falle vormacht und erklärt, wie man jagt oder Brot bäckt; wie man unter dem Eis Fische fängt; wie man Schneeschuhe herstellt. “Ich will, dass meine Filme als cinéma verité bezeichnet werden. Unter cinéma verité versteht man das cinéma direct. Das heißt Ich gehe nicht über die Fiktion vor. Cinéma verité zu machen ist die beste Art zu lügen. Man macht die Welt glauben, was sich da abspielt sei wahr. Die Leute reden, als ob es keine Kamera gäbe… Eine Kamera gebrauchen, heißt die Dinge anders wiedergeben, als sie für gewöhnlich sind…

(Festival Katalog 1985)