PIPARSOD I

In Piparsod, einem Dorf in Madhya Pradesh, werden die Arbeiten von Frauen beschrieben: Wasser aus dem Brunnen ziehen, Wäsche waschen, die Mauern bemalen, auf den Feldern arbeiten, die kunstvolle Bemalung der Böden vor den Häusern.

Beschreibung zweier Feste, bei denen die Frauen eine wichtige Rolle spielen: das Holi-Fest und ein Fest zu Ehren einer Göttin.

SECRETS D’INITIÉS

SECRETS D’INITIÉS handelt von Geheimgesellschaften in Westafrika. Die Maskengesellschaften gehören mit zu den wichtigsten Geheimbünden verschiedener Ethnien in diesem Gebiet. Dieser Film besteht aus Ausschnitten mehrerer Filme, die Jean-Paul Colleyn z.T. gemeinsam mit Catherine de Clippel zu diesem Thema gemacht hat: LES FILLES DU VAUDOU, LES DIEUX-OBJECTS und SORTIE DES MASQUES in Togo, NAITRE BIJAGO und LES VOYAGES DES ÂMES bei den Bijago in Guinea-Bissau, SOGOW bei den Bambara in Mali, LES CHEMINS DE NYA, LE TYIWARA und JOURS DE FÊTES bei den Minyanka in Mali und neuere Aufnahmen bei den Yoruba aus Nigeria. SECRETS D’INITIÉS stellt diese Filme in einen neuen Zusammenhang.

»Die verschiedenen in dem Film gezeigten Kulturen sind zwar unterschiedlich, aber sie machen gemeinsam deutlich, was ein afrikanischer Weiser folgendermassen beschrieben hat: Heilige Objekte und Masken sind weder Menschen noch Tiere, noch die Götter selbst; sie sind Geheimnisse. Sie zeigen uns zwar Bilder, aber sie zeigen auch die Unmöglichkeit, Gottheiten zu beschreiben, denn das Geheimnis verbirgt sich immer tiefer, je weiter das Wissen darum vordringt.«
(Jean-Paul Colleyn)

LE MASQUE

Dieser Dokumentarfilm zeigt in seiner ganzen Pracht und Kreativität den Carneval in Guinea-Bissau.
Der Carneval ist ein großes Volksfest. Zwei Wochen vorher mobilisiert die Vorbereitung der Masken und Lieder Kinder, Jugendliche und Erwachsene in allen Vierteln der Stadt. Das Geheimnis, das die Herstellung der Masken umgibt und das gegenseitige Ausspionieren beweisen den Wunsch eines jeden, die schönsten Kreationen zu präsentieren.

Bartolomeu, der beste Maskenkünstler Bissaus, möchte dieses Mal einige Neuerungen einbringen, indem er an die großen Carnevalsereignisse der 50er Jahre anknüpft, während seine Freunde an den Modellen der letzten drei Jahre festhalten wollen. Er wird deswegen aus seiner Gruppe ausgestoßen und schließt sich einer anderen an. Es gelingt ihm, die Aufmerksamkeit der ‘Spione’ abzulenken und eine Maske zu kreieren, die seine Gruppe zur Siegerin des Carnevals werden läßt.

TANOWE DES LAGUNES

TANOWE DES LAGUNES ist eine Entdeckungsreise in eine afrikanische Großstadt: Abidjan in der Elfenbeinküste. Der Film berichtet von den Ängsten der Einwohner, die tagaus tagein an der verdreckten Lagune leiden und an ihr sterben.

Julien, ein junger afrikanischer Manager, möchte die Politiker des Landes von seinem Plan überzeugen, die Ebrié-Lagunen reinigen zu lassen und das Wasser in den wasserarmen Norden zu leiten, aber sein Plan kann wegen der ökonomischen Krise nicht vollendet werden.

Julien erlebt danach eine doppelte Initiationsreise in die Maskenkultur des Nordens und in den mythischen Glauben an Tanowe, eine Wasser-Gottheit. Er begegnet Séwa, einer jungen Priesterin des Tanowe-Kultes. Ein Freund schlägt ihm vor, ein öffentliches Schreibbüro in dem Lagunenviertel zu eröffnen. Er schreibt Briefe für die Fischer, Marktfrauen, Bauern, Arbeitslosen und erlebt so die unmittelbaren Folgen der Kaffee- und Kakao-Krise, den Mangel an Medikamenten, die verdeckte Existenz von Aids und den beständigen Mangel an Geld. Seine Nächte verbringt er nun mit seinen neuen Freunden im Lagunen-Viertel. Eines Morgens, nach einem Malariaanfall, phantasiert er von großen Geiern, die -- ihn bedrohen. Er sucht Zuflucht in den Gewässern der Lagune. Aber Tanowe lehnt sein Opfer ab, und eine unsichtbare Kraft drückt ihn zurück an das Ufer. In ihm brennt jetzt ein seltsames Feuer, er weiß nun, er wird die Kraft finden, die Lagune zu retten - mit der Hilfe seiner Freunde und Tanowe.

LE GRAND MASQUE MOLO

Guy Le Moal gehört zu den wichtigsten Erforschern westafrikanischer Masken. In den sechziger Jahren hat er mehrere Filmdokumente über die Masken der Bobo-Fing in Burkina Faso veröffentlicht.
Der Kurzfilm beschreibt die rituellen Techniken einer aus Holz geschnitzten Maske: das Fällen des Baumes, grobes und feines Schnitzen der Maske aus dem Rohling, sowie die Dekoration. Der Herstellungprozeß wird von mehreren Opfergaben begleitet.

MASQUES DE FEUILLES

Der Film behandelt die Rolle der Kinder-Masken bei den Bobo-Fing in Burkina Faso und die Vorbereitung auf die Eröffnung der religiösen Saison während der Trockenzeit im Januar. Wie werden die Masken aus frischem Blattwerk hergestellt? Abschließend werden Maskentänze gezeigt.

AMBARA DAMA

Alle fünf Jahre organisiert die Maskengesellschaft der Dogon aus Sanga (Falaise de Bandiagara, Mali) eine großes ‘dama’ - ein Totenfest. Ein Jahr nach dem Tode Ambaras, einem der wichtigsten Informanten Marcel Griaules und einem der sieben Ältesten, werden bei diesem ‘dama’ alle alten Masken durch neue ersetzt. Die gleiche Zeremonie hatte Griaule 40 Jahre zuvor beobachtet und ausgewertet. Das ‘dama’ dauert drei Tage. Die neuen Masken defilieren, um die Seelen der Verstorbenen des Dorfes zu ehren.

LES STATUES MEURENT AUSSI

Statuen aus Stein, von der Witterung zerfressen. Afrikanische Kunst im Museum; eine schwarze Maske/das Gesicht einer Besucherin. Dokumentaraufnahmen aus Afrika. Martialisch wirkende Kleinplastiken, Menschenköpfe, Tierköpfe, Kampfszenen, Begräbnisriten, Grabbeigaben, Figuren und Figurinen, Magisches. Ein Mann schwimmt in einem Fluß, Frauen tanzen: sie stampfen mit den Füßen rhythmisch in hohen Mörsern. Viele Totenmasken, schnell hintereinandergeschnitten; zu Schreckbildern verzerrte Masken, die immer abstrakter und zum reinen Ornament werden. (…)

Schwarze arbeiten in einer Werkstatt unter Anleitung eines Weißen; sie stellen Kunst(gewerbe)gegenstände her für den Tourismus. (…)

Es müßte eine ausführliche Wiedergabe des kommentierenden Textes (Chris. Marker) folgen und eine einläßliche Darstellung der Musik. Erst dann könnte der Versuch unternommen werden, die drei weitgehend autonomen Diskurse (die Bilder, der Kommentar, die Musik) aufeinander zuzuführen, sie miteinander zu verbinden und, vielleicht, zu vereinigen. Das könnte ein Nachschreiben der dissonanten Montage sein. Denn das ist das ästhetische Prinzip, der ästhetische Prozeß dieses Films.”
(Peter W. Jansen, Wolfram Schütte (Hrsg): Alain Resnais, München 1990)

Die Filmemacher sind in die Museen gegangen; was sie sehen, ist der Verfall der afrikanischen Kunst durch die Durchdringung der europäischen Kolonisation und Zivilisation. Erst als die Statuen gestorben waren, konnten sie in Europa Kunst werden.

Der Film ist eine bemerkenswerte Montage von Archivdokumenten, verbunden mit einem parteiischen Kommentar, der dem Film Schwierigkeiten mit der französischen Zensur verschaffte.
(aus: Die Fremden sehen, Ethnologie und Film, München 1984)

RWANDA - TABLEAUX D’UNE FEODALITE PASTORALE

Der Film rekonstruiert die sozialen Beziehungen zwischen Hutu-Feldbauern und Tutsi-Hirten im Königreich Ruanda (Rwanda) nach 1900, zu einer Zeit als die Kolonisation im Land noch nicht so spürbar war. Misago, ein armer Bauer, verliert seine Kuh und geht zum Gehöft des Lehnsherren, dem er verpflichtet ist.

LES AMIS DU PLAISIR TRENTE ANS APRÈS

Es ist dreißig Jahre her, daß Luc de Heusch mit seinem Team in dem kleinen Dorf Moulbaix die Einwohner bei ihrer Arbeit und ihrer Theaterleidenschaft filmte. Nun kehrt Luc de Heusch zurück, um die »Alten« zu besuchen und mit ihnen gemeinsam den hundertsten Geburtstag der Theatergruppe zu begehen. Die Landwirtschaft hat durch die Mechanisierung eine große Umwälzung erfahren. Das soziale Leben ist aber wie früher immer noch sehr intensiv: Fanfarenzüge, Chöre etc.. Aber vor einigen Jahren hat Alain, ein professioneller Schauspieler, den Hof seiner Großeltern in ein Varieté umgewandelt: La Chamarée.