EIN BLICK AM RAND — Fotografien
von Asoo Khanmohammadi

Galerie im Alten Wiehrebahnhof | 6. Mai — 18. Juni 2017

Asoo Khanmohammadi erhielt in Teheran einen BA in Fotografie und studiert zurzeit an der Universität für angewandte Kunst in Wien. In ihren Foto-Serien richtet sie ihren Blick auf Genderfragen und auf die Ränder der Gesellschaft – auf Tabuzonen, marginalisierte Menschen und traumatische Momente. So zeigt sie hautnah das Leben von Transsexuellen und Homosexuellen in Teheran. Sie fotografiert die Leerstellen in Wohnungen im Westiran, in denen sich Frauen selbst verbrannt haben. Sie rekonstruiert Sexualverbrechen in Österreich und schlüpft in die Rolle der Frauen, die Opfer wurden. Die Künstlerin möchte provozieren – und berühren. Sie möchte Klischees verdrängen – und Realitäten schonungslos zeigen.

SA 6. Mai, 18:00 | Vernissage

Begrüßung: Neriman Bayram, Einführung: Dr. Nicoletta Torcelli

 

WELTENSAMMLERINNEN — Filme im Kommunalen Kino

Sowohl die Regisseurinnen als auch die Protagonistinnen dieser Filme sind in der einen oder anderen Weise Grenzgängerinnen. Sie überschreiten freiwillig und manchmal auch unfreiwillig Kulturgrenzen. Dabei stoßen sie an physische oder psychische Grenzen.

In dem syrischen Dokumentarfilm HAUNTED geht es um die Frage ‚gehen oder bleiben? im Krieg. TOZ BEZI begleitet zwei kurdische Frauen, die sich in Istanbul mit Putzstellen bei wohlhabenden Mittelschichtskundinnen über Wasser halten. Die Zwischentöne einer inneren Migration spiegeln eindringlich die tiefen Verwerfungen innerhalb der türkischen Gesellschaft. Die Schweizer Filmemacherin Silvia Voser porträtiert Ken Bugul, eine der bekanntesten Schriftstellerinnen Westafrikas. Ihr Leben ist geprägt von Erfahrungen der Migration sowohl zwischen Senegal und Europa als auch innerhalb Afrikas. In ihrem wegweisenden Filmessay D‘EST reist die belgische Filmemacherin Chantal Akerman nach Osten, vom Sommer in Ostdeutschland bis in den russischen Winter. Ohne Kommentar und Erklärungen, mit einem Strom an Bildern von Landschaften, Menschen und Gesichtern, ist der Film eine eindrückliche Annäherung an den kulturell „Anderen“ und eine philosophische Reflexion über Zeitlichkeit und Ortlosigkeit. Neriman Bayram

HAUNTED

Syrien 2014, Regie: Liwaa Yazji, 63 Min., OmU

»Als die Bomben kamen, war das erste, was wir taten, wegzulaufen. Später erinnerten wir uns daran, nicht zurückgeschaut zu haben. Wir haben uns nicht verabschieden können, von unserem Heim, unseren Erinnerungen, unseren Fotos und dem Leben, das in ihnen wohnte. Unbehaust wie diese Räume sind wir geworden, mit unseren hastig gepackten Sachen, und den vergessenen Dingen, die uns nun heimsuchen.«

SA 6. Mai, 20:00 | anschl. Filmgespräch mit der syrischen Autorin und Filmemacherin Liwaa Yazji

DJIBRIL DIOP MAMBÉTY

Senegal 2016, 14 Min., OmeU

Y’ENMARRE

Senegal 2011–17, 25 Min., OmeU

KEN BUGULPERSONNE N‘EN VEUT

Senegal 2015, Regie: Silvia Voser, 62 Min., OmU

Die in der Schweiz geborene Silvia Voser verwirklicht seit Jahren Filmprojekte in Senegal. Neben ihrem Kurzportrait des legendären Filmemachers Djibril Diop Mambéty und ihrem aktuellsten Kurzfilm über die senegalische Jugendbewegung zeichnet sie im Dokumentarfilm

KEN BUGULPERSONNE N‘EN VEUT das bewegende Portrait der Mariètou Mbaye Biléoma alias „Ken Bugul“ (die Unerwünschte). In einem kleinen Dorf geboren, geht sie als erstes Mädchen der Familie zur Schule und später nach Europa zur Universität. Dort entdeckt sie einerseits die westlichen Ideen und Freiheiten, lernt aber auch deren Kehrseiten kennen mit Drogen, Alkohol, Einsamkeit und Verachtung. Nach ihrer Rückkehr nach Afrika fängt sie an zu schreiben.

In Kooperation mit Association des Ressortissants Sénégalais Frbg e. V. (ARSF)

MI 10. Mai, 19:30 | anschl. Filmgespräch mit Silvia Voser

TOZ BEZI (STAUBTUCH)

Türkei, Deutschland 2015, Regie: Ahu Öztürk, 99 Min., OmU

Nesrin und Hatun sind Putzfrauen in Istanbul. Sie sind Nachbarinnen, Freundinnen und Kurdinnen. Nesrin hat ihren Mann vor die Tür gesetzt. Eigentlich sollte es nur ein Warnschuss sein, aber jetzt kommt er nicht wieder und Nesrin und ihre kleine Tochter Asmin geraten in immer größere Not. TOZ BEZI ist ein sensibles und ganz und gar unsentimentales Porträt einer Frauenfreundschaft.

MI 17. Mai, 19:30

D‘EST (AUS DEM OSTEN)

F, Belgien 1993, Regie: Chantal Akerman, 115 Min., ohne Dialoge

Im behutsamen Wechsel zwischen Bewegung und Stillstand, Lärm und Stille, Innen und Außen, Massen und Individuen, Sommer und Winter, Tag und Nacht, schärft Akerman Auge und Ohr für das Detail, für ein genaues Registrieren jener Kleinigkeiten, für das man sich auf den eigenen Reisen selten die Zeit gönnt. Dieses geschärfte Bewusstsein umhüllt ihre Bilder mit einer mysteriösen Verzweiflung, deren Wurzeln sich entfernt bekannt anfühlen. Ein Film gegen alle Kategorien, in sich ruhend: D‘EST, ein Erfahrungsgeschenk. (Filmmuseum Wien)

MI 7. Juni, 19:30 | Einführung: Neriman Bayram

Veranstaltet von: Interessengemeinschaft für Angewandte Lebensfreude e. V., Kulturamt der Stadt Freiburg und Stelle zur Gleichberechtigung der Frau der Stadt Freiburg, in Kooperation mit dem Kommunalen Kino und dem freiburger film forum.