John Marshall ‐ The !Kung Project

John Marshall, amerikanischer Filmemacher und Ethnologe, wurde vor allem für sein Engagement für die Ju/‘hoansi (!Kung Bushmen) in Nyae Nyae in der Kalahari Wüste Namibias bekannt. 1949 mit siebzehn Jahren nahm er das erste Mal eine Kamera zur Hand. Das war während der ersten von vielen Expeditionen, bei denen er seinen Vater Laurence Marshall in die Kalahari begleitete. Die gesamte Familie Marshall, John‘s Mutter, die Ethnologin Lorna Marshall und seine Schwester, Elizabeth Marshall Thomas, waren in diesem multidisziplinären Unternehmen engagiert. Als Kameramann ein Naturtalent, fand John Marshall hier ein Thema, das ihn sein ganzes Leben beschäftigte. Bereits sein erster Film THE HUNTERS wurde ein Klassiker des ethnologischen Films. 50 Jahre lang filmte er immer wieder das Leben von ≠Oma Tsamkxao und seiner großen Familie, die er als junger Mann kennen gelernt hatte. ≠Omas Familie und ihre Gemeinde erfuhr einen beachtlichen sozialen Wandel und erlangte, auch durch Marshalls Filmarbeiten, einen besonderen Stellenwert in den Medien. Insgesamt 26 Filme entstanden aus dem Material der Ju/‘hoansi (!Kung Bushmen). Höhepunkt dieser Arbeit ist die 2002 entstandene Serie A KALAHARI FAMILY. Die fünf Folgen dokumentieren … mehr

Bitter Roots

Adrian Strong
Großbritannien, Namibia 2010 | 71 Min. | OmeU
Zu Gast: Adrian Strong

Über ein halbes Jahrhundert, von den 50er Jahren bis 2000, dokumentierte der bekannte Ethnologe und Filmemacher John Marshall das Leben der Ju/hoansi oder !Kung Buschleute in der Nyae Nyae Region in der namibischen Kalahari Wüste. Als er und seine Wegbegleiterin Claire Ritchie in den 80ern feststellen, dass die Gruppe der Buschleute vom Aussterben bedroht ist, gründen sie eine Hilfsorganisation, zu der Ende der 80er Jahre auch Adrian Strong (der Filmemacher) hinzustößt.

2007, zwei Jahre nach Marshalls Tod, kehren Strong und Ritchie zurück nach Nyae Nyae und filmen den Zerfall eines ehemals hoffnungsvollen Projekts, das unter der Leitung der Community begann, dann aber von einem neuen Programm unter der Führung des WWF abgelöst wurde. An die Stelle der Förderung von Landwirtschaft für den Eigenbedarf treten nun Tierschutz und Tourismus, was jedoch wenig Nutzen für die Landwirtschaft bringt und kaum zur Verbesserung des Lebensstandards der Buschleute beträgt.

Mit Hilfe von Archivmaterial und in Gesprächen mit Mitgliedern der Community untersucht BITTER ROOTS die Schwierigkeiten, mit denen die Ju/‘hoansi heute zu kämpfen haben und widerlegt den Mythos, dass sie zur Landwirtschaft kulturell bedingt keine Beziehung hätten. Der Film macht deutlich, wie Filmleute und Touristen gleichermaßen diesen Mythos festschreiben, wenn beide das Leben der Buschleute vor 100 Jahren und nicht ihr heutiges Leben erwarten. Ritchie und Strong zeigen, wie die Ju/‘hoansi mit diesen Erwartungen umzugehen wissen und unbeirrt die Bewirtschaftung ihrer Felder fortsetzen.

The Hunters

John Marshall
Namibia, USA | 57 Min. | OmeU
Dieser frühe Klassiker des ethnologischen Films zeigt die fünftägige Jagd vierer Männer auf eine Giraffe. Er wurde von 1952 bis 1953 gedreht; auf der dritten „Smithsonian-Harvard Peabody Expedition“ der Familie … mehr