NGAT IS DEAD

Was bedeutet es, wenn Anthropologen mit Hilfe teilnehmender Beobachtung die kulturelle Tradition anderer erforschen? Der Film folgt dem holländischen Anthropologen Ton Otto nach Papua-Neuguinea, wo er von einer Familie auf der Insel Baluan adoptiert 23 wurde. Als sein Adoptivvater stirbt, muss er an den Trauer-und Begräbniszeremonien teilnehmen, die aber, was die Form und den Inhalt betrifft, heftig unter den verschiedenen Verwandtschaftsgruppen umstritten sind. Im Laufe der Verhandlungen lernt Ton Otto, wie die Bewohner der Insel Baluan ihre Traditionen gestalten und verändern und nicht zuletzt welche Rolle er selbst dabei spielt. Der Film ist ein Bestandteil einer längeren Feldforschung, wobei die Filmarbeit in den laufenden Dialog-und Austauschprozess zwischen den Insulanern und dem Anthropologen einbezogen wurde.

Christian Suhr-Nielsen, in Dänemark geboren. Als PhD in Anthropologie am Moesgård Museum und der Universität von Århus tätig. Filme: WANT A CAMEL, YES? (2004), NGAT IS DEAD: STUDYING MORTUARY TRADITIONS (2009).

Ton Otto, 1953 in den Niederlanden geboren, arbeitet als Professor für Ethnologie an der Universität von Århus in Dänemark. Seit 1986 arbeitet er als Wissenschaftler in Papua-Neuguinea und benutzt das Medium Film schon während seiner ersten Feldaufenthalte.

Unity through Culture

Soanin Kilangit ist begeistert von dem Gedanken, die Kultur der Baluan Inseln wieder zu beleben und so die Bevölkerung zu vereinen und gleichzeitig den internationalen Tourismus in den Südpazifik zu locken. Mit diesem Ziel organisiert er das größte jemals auf der Insel veranstaltete Kulturfestival. Einige traditionelle Führer bezweifeln, dass es jemals überhaupt eine Baluan Kultur gegeben habe. Sie sagen: Die Kultur käme von den Weißen und sie zerstöre ihre alte Tradition. Andere dagegen nehmen das Festival als willkommenen Anlass, um gegen die 70 Jahre kultureller Unterdrückung im Namen der Christenheit zu revoltieren. Zum Klang donnernder Trommelrhythmen beginnt ein Kampf um die Definition der Baluan-Kultur in der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.

Preise: Intangible Culture Film Prize + The Richard Werbner Award for Visual Ethnography, London 2011 (Royal Anthropological Institute for Ethnographic Film)