LA PETITE VENDEUSE DE SOLEIL

»Seit sehr langer Zeit ist der Handverkauf von Zeitungen in den Straßen von Dakar den Jungen der Stadt vorbehalten. Sili, ein kleines Mädchen lebt auf den Straßen und bewegt sich mit Hilfe von zwei Krücken vorwärts. Sie hält sich neben den Jungen, die die Zeitungen verkaufen, auf und bettelt. Eines Morgens wurde sie so heftig von den Jungen angerempelt, daß sie auf den Asphalt hinfiel. Ihre Krücken fand sie meterweit entfernt wieder. Um sich aufzurichten, mußte sie alle ihre Kräfte zusammennehmen, und sie nahm sich fest vor, ab dem nächsten Tag wie alle anderen auch Zeitungen zu verkaufen. Was für Männer gilt, gilt auch für Frauen. Doch die kleine Welt der Zeitungsjungen ist erbarmungslos. Sie wird mit Schmerzen wie mit Träumen konfrontiert… und schließlich auch mit der Freundschaft. Die Geschichte ist eine Hymne auf den Mut der Straßenkinder.« (Djibril Diop Mambéty)

Djibril Diop Mambéty, Filme: CONTRAS-CITY (1968); BADOU BOY (1970); TOUKI BOUKI (1973); PARLONS GRAND-MÈRE (1989); HYÈNES (1992); LE FRANC (1994); LA PETITE VENDEUSE DE SOLEIL (1998)

LE FRANC

»Marigo träumt von seinem Instrument, der ‘Congoma’, die die boshafte Vermieterin aufgrund ausgebliebener Mietzahlungen konfisziert hat. Um es zurückzubekommen, kauft sich Marigo ein Los der Staatslotterie. Ein kostbares Dokument, das er sorgfältig an seine Türe klebt, damit es niemand entdeckt. Und wie es das Schicksal will, gewinnt seine Nummer. Zu seinem Ärger jedoch hat Marigo das Los allzu gründlich an der Tür festgeklebt, und er muß sie letztendlich aus den Angeln reißen und sie auf dem Kopf zum Schalter der Staatslotterie tragen. Allerdings stellt sich am Schalter ein letztes Hindernis heraus: Zwar hat er das Große Los gezogen, doch die für die Auszahlung unerläßliche Kontrollnummer befindet sich auf der Rückseite des angeklebten Scheins. Das Los muß also um jeden Preis herunter, aber so, daß die Kontrollnummer keinen Schaden nimmt. Da hat Marigo eine geniale Idee. Am Ozean, auf einem Stein sitzend läßt er seine kostbare Tür von den Wellen liebkosen. Das Meer an der Westküste des Atlantiks kann abends schrecklich sein. Viel Glück, Marigo. Musiker und Märtyrer.«
(Djibril Diop Mambéty)

TOUKI BOUKI

Als Mory der Kuhhirt sein Vieh zum Schlachthof führt, trifft er die Studentin Anta. Gemeinsam träumen sie davon, nach Frankreich zu gehen, um reich zu werden. Auf verschiedene Art und Weise versuchen sie sich das Geld für die Reise zu beschaffen. Nach mehreren schicksalhaften Wendungen finden sie sich auf dem Deck eines Schiffes wieder, das nach Frankreich fährt, als Mory sich plötzlich weigert, den entscheidenden Schritt zu machen. Er möchte bleiben, da er einsieht, daß ihr Traum nur eine Illusion ist…

BADOU BOY

Komödie um einen kleinen Jungen, der in den Straßen von Dakar von einem dicken Polizisten verfolgt wird. Der Film ist aber auch eine kritische Beobachtung des Alltags verschiedener Menschen in Dakar.

CONTRAS-CITY

Ein ironischer Blick auf die unterschiedlichen Gebäude und Viertel von Dakar. Diese architektonischen Besonderheiten sind das Ergebnis der zahlreichen Kolonialisierungen, die die Stadt geprägt haben. »Ich habe die Unterschiede in meiner direkten Umgebung betrachtet und es sehr amüsant gefunden, daß diese Stadt die Spur mehrerer kolonialistischer Niederlassungen trägt. Ich fand es zum Beispiel witzig, daß wir eine Kathedrale im sudanesischen Stil haben und eine Handelskammer, die einem Theater ähnelt, das Theater dagegen aber eher einem Sozialwohnungsblock: All diese Gegensätze gaben mir Anlaß, mich zu amüsieren.«
(Djibril Diop Mambéty)