All of me

In riesigen Töpfen brodeln Unmengen von Reis, liebevoll werden die Bohnen dazu von den Köchinnen handverlesen und die Mahlzeiten sorgfältig eingepackt. Wenn in wenigen Minuten „die Bestie“ durch den kleinen Ort La Patrona in Zentralmexiko donnert, laufen auch „Las Patronas“ auf Hochtouren. Zielsicher werfen die Frauen den illegalen Einwanderern, die sich am Zug festklammern, Lunchpakete und Wasserflaschen zu, fahren heruntergefallene Passagiere zum nächsten Bahnhof oder helfen bei Unfällen. Migranten aus ganz Südamerika nehmen die riskante Reise mit dem Güterzug auf sich, der von Südamerika bis an die Grenzen der USA fährt.

Seit 1995 widmen die selbstorganisierten „Las Patronas“ ihr Leben dem Streben Anderer nach dem Glück. Durch Spenden von Unterstützern, Kleinunternehmen und Privatpersonen haben sie noch keinen Tag an den Gleisen verpasst und Tausende von Migranten unterstützt. Der Film fragt nach den persönlichen Schicksalen der Frauen, ihrer Motivationen und ihren Träumen und erzählt sensibel eine Geschichte bedingungsloser Solidarität. Für ihren unermüdlichen Einsatz seit über zwanzig Jahren erhielten „Las Patronas“ 2013 den mexikanischen Menschenrechtspreis.

 

Arturo González Villaseñor

geboren in Mexiko, studierte soziale Kommunikation an der Universität Autónoma Metropolitana in Mexiko-Stadt, Studienschwerpunkt Politik. 2013 gründete der Filmemacher seine eigene Produktionsfirma Acanto Films und schreibt aktuell Filmkritiken für das mexikanische Onlinemagazin Proseco. Mit ALL OF ME liefert Villaseñor sein Filmdebut, das bereits auf dem IDFA Festival in Amsterdam und zahlreichen südamerikanischen Festivals gezeigt wurde.